Warten auf den Filmstart meines eigenen Liebesfilms

Der Countdown läuft. Noch 7 Tage bis zum Valentinstag. Der Tag der Verliebten.

Meine Aussichten für diesen Tag sind „gandios“:

Morgens aufstehen und nicht erwarten, dass mir jemand an diesem Tag eine aufmerksame Guten-Morgen-Nachricht aufs Handy geschickt hat.

Nicht erwarten, dass mir jemand Frühstück ans Bett bringt. Keine Blumen, keine Pralinen, keine Verabredung zum Essen am Abend. Nur eine kalte Wohnung, die mal wieder geputzt werden sollte. Ungewaschene Haare, ein sehr hässlicher Schlafanzug, den so kein Mann je zu Gesicht bekommen darf (immerhin besteht er aus 2 Teilen) und ein leerer Kühlschrank.

Keiner meiner Freunde ist erreichbar, weil sich alle mit Schatzi in Paris auf dem Eifelturm befinden und mit einem vin rouge in der rechten Hand sich einen Kuss geben. Dieser Kuss ist selbstverständlich sehr leidenschaftlich und sagt „Ich liebe Dich für immer und ewig und lass Dich nie wieder los“. Und danach gehen sie romantisch essen, haben die ganze Nacht Sex in ihren perfekten 5 Sterne Hotels bis die Wände wackeln und sie mindestens 3 Orgasmen haben.

Und mein Valentinstag wird wie im letzten Jahr. Vielleicht verschicke ich ein „Happy Valentines Bild“ an denjenigen mit dem ich in der letzter Zeit den meisten Sex hatte. Ich muss grad nachdenken wer das war, denn es ist einfach zu lang her. Ich werde wohl auch einen vin rouge in der rechten Hand halten, allerdings kein Glas, sondern eine ganze Flasche. Und in der linken noch eine, nur um sicherzugehen, dass ich genug habe. Betrunken schreibe ich dann noch mehr Nachrichten an meine verflossenen Liebhaber. Natürlich wird sich keiner zurückmelden, weil sie ja alle mit Schatzi in Paris sind und gerade Sex haben.

Ja, so ist mein Leben. So gar nicht wie in all den schönen Liebesfilmen.

Tomatensoße auf meiner weißen Bluse, Klopapier alle, wenn ich welches brauche, mit runtergezogenen Schlübbern eine neue Rolle im Badezimmer suchen, Lachen wenn es unpassend ist, sich den Absatz auf dem Weg zur Arbeit abbrechen (nicht auf dem Rückweg), gegen Glastüren laufen, allein eine aufbackbare Käsepizza essen und dabei den Bachelor schauen und sich immer wieder in die falschen Männer verlieben. Ein Filmleben hatte ich tatsächlich noch nie, aber irgendwann, irgendwann möchte ich auch gern mal wieder mit dem Duft frischer Semmeln und Kaffee geweckt werden, von Jemanden dem es egal ist dass ich ungewaschene Haare habe und mein Schlafanzug so gar nicht sexy ist. Der mich in den Arm nimmt, sagt dass er mich genauso liebt, wie ich bin und ich mir den Abend freihalten soll, denn er möchte mit mir Essen gehen und später Sex haben bis die Wände wackeln.

Das wäre schön.

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24 Kommentare

  1. Ich bin da ganz entspannt. Solche Spezialtage interessierten mich eh noch nie und wenn es sein muss, dann besorge ich es mir eben selbst dreimal an dem Tag… was für ein Plan ^^ Nein, mal ganz im ernst, außer Weihnachten ist wohl jeder Tag allein zu ertragen und selbst jenen einen Feiertag hab ich schon allein überlebt 🙂

  2. Ich glaube die wenigsten haben einen Valentinstag wie im Film, denn abgesehen davon, dass die Preise für Blumen schon Tage vorher in astonomische Höhen schnellen, ist es meist ein Tag wie jeder andere!

  3. Der Film heißt: Sehnsucht und der Wunsch, die Hauptrolle zu spielen. Mit oder ohne Valentin, Paris oder sonst ein Klischee. Lieben und geliebt werden…..einfache Geschichte, eigentlich…in meiner Wohnung riechst wunderbar nach Kaffee, selbst gemacht…
    Herzlicher Gruß Erika

  4. Auch wenn ich den Valentinstag zu zweit und sehr schön verbracht habe – nicht in Paris, bei Ikea … -, war deinen Beitrag zu lesen ein bisschen wie „Bridget Jones“ zu gucken: herrlich! Bin neuer Fan, durchsuche deinen Blog nach einem Follow- oder Abo-Link und werde nicht fündig … Wo hast du ihn versteckt?

    1. Hahaha, ja Bridget und ich weisen durchaus Parallelen auf. 😉 Ganz oben, links über dem KeyVisual solltest Du eigentlich ein kleines Plus mit dem Wort „Folgen“ finden. Und dann heiße ich Dich herzlich mit Gänseblümchen und Seifenblasen willkommen. 😉

  5. Na wart‘ ma ab, dit wird noch schlümmer:
    Ich berichte dieses Jahr (un)live (weil ja schon vorbei) vom 7. Fickt-euch-alle-Valentinstag in Folge. Das Ergebnis auch diesmal grandios: 0 Nachrichten, 0 Postkarten, 0 Blumen. Gib deinem Ex-Kollegen bitte meine Handynummer: Ich bin verzweifelt genug um beim Erhalten von Mignon-Diddl-Pimmelzeug-Nachrichten ernsthaft über eine Hochzeit in weiß an einem frei wählbaren Strand nachzudenken. Im Übrigen möchte ich bitte auch Gänseblümchen und Seifenblasen. Und ein Einhorn!

    1. Hahaha! Gänseblümchen, Seifenblasen und Herzchen für Dich! Ich sag ja: 2047 wird bestimmt alles gut und wir bekommen endlich den Valentinstag den wir verdienen. 😉

  6. Durch die auftragsmörderin hab ich hierher gefunden und bin ebenso entzückt wie sie.
    Mir geht der 14.2. am Arm vorbei, da habe ich wohl Glück, ansonsten bin ich ganz bei dir 🙂

    1. Der 14. ist mir auch nicht so wichtig, wie man nach dem Beitrag vielleicht denken könnte. Mir fehlt das leider so ganz im Allgemeinen… Und Danke für Deine Entzückung. 😉

  7. Immerhin kriegst du 31 Likes für deine Artikel und eine Menge Kommentare, das ist doch auch schon was. Kann ich von mir leider nicht behaupten … *sniff*

    Valentinstag ist für mich genau wie Halloween, eins von diesen importierten amerikanischen Festen. Ich vergesse die immer … 😳 Von daher macht es keinen großen Unterschied, wie man sie verbringt. Carpe diem kann man doch an jedem Tag machen, denk ich mal. Die Feste feiern wie sie fallen … oder so ähnlich.

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