Wenn Erwartungen übertroffen werden…

Wow! Was für ein Wochenende. Meine Erwartungen wurden komplett übertroffen.

Am Samstagmorgen wurde ich mit strahlendem Sonnenschein geweckt und der erste Blick aufs Handy signalisierte mir:

14. Februar: Valentinstag.

Mein Ex-Kollege schickt mir ein Bild mit einem kleinen gelben Minion, der ein riesiges Herz in der Hand hält auf dem steht „Happy Valentine“. Äh… Moment: Mein Ex-Kollege??!! Was will der denn auf einmal??!! Ganz schön mutig mir so ein kitschiges Bild zu schicken. Rangiert auf einer Ebene mit den „Ohne Dich ist alles doof“ – Schafen, „Ich hab Dich so doll lieb“ – Diddlmäusen und „Du bist einfach zum Knuddeln“ – WindelWinnies.

Klar habe ich mich vor ein paar Tagen noch beschwert dass ich wahrscheinlich gar keine Nachricht bekommen werde, aber ein kleiner hässlicher gelber Minion mit einem Herz in der Hand?! Ernsthaft? Von einem erwachsenen Mann?
Nee, das geht gar nicht. Und der Ex-Kollege im Übrigen auch nicht. Aber immerhin.

Meine einzige Singlefreundin hat mich am Samstag zum Brunch überredet und ich schäle mich missmutig (weil zu früh) aus meinem hässlichen, unsexyhochzehn Schlafanzug um mich halbwegs öffentlichkeitstauglich herzurichten. Der Brunch ist dann aber unerwartet herzlich. Ihr schwuler Singlefreund und eine weitere Freundin sind dabei und wir reden über Penisse (Form, Größe, schöne, hässliche usw.).
A. erklärt lauthals wann sie das letzte Mal Sex hatte, so dass es das ganze Restaurant hören kann und fragt mich dann in der gleichen Lautstärke wie lang es bei mir her ist. Ich bestelle mir lieber noch ein Glas Prosecco um ihr keine Antwort geben zu müssen. S., die andere Freundin hat gleich im Anschluss noch ein Tinderdate. Wir schauen ihr von weiten zu und beschließen, dass daraus wohl nicht die romantische Valentinstagsliebesgeschichte werden wird.

Am Nachmittag bereite ich mich auf meinen Karnevalsabend vor. Ich setze mir eine hässliche Perücke auf, einen Affen auf meine Schulter und werf mich in mein Bananen-Blatt-Röckchen. Plötzlich klingelt es an der Tür. Wer kann das denn jetzt sein? Der Postbote! Er hält mir einen Blumenstrauß vor die Nase und sieht ein wenig ängstlich aus. Muss an dem Affen auf meiner Schulter liegen, der ein wenig bissig drein schaut. Ich unterschreibe fix und rattere in Gedanken meine Verehrer runter… Jajaja, mega laaaaaaaange Liste. Eeeeewig laaaang. Ich bin so beliebt, dass mir am Ende nur ein Name einfällt: Mama. Die Karte sagt aber etwas anderes. Die Blumen sind von einem guten Freund aus der Heimat, der mich an dem Wochenende eigentlich besuchen wollte und mir kurzfristig abgesagt hat. Die Tulpen stehen wohl für eine Entschuldigung und Trost dass ich den Tag allein verbringen muss. Aber denkste. Ich geh ja noch auf eine Karnevalsparty. Der Abend läuft dann auch wie geplant: nette Leute, vieeeel Alkohol, tanzen und nicht mehr über Valentinstag und die Liebe und das Leben nachdenken, weil alle Gehirnzellen schon tot gesoffen sind.
Heino, der einen ähnlichen Pegel hat, schenkt mir ein Autogramm auf dem seine Nummer steht. Wir verabreden uns für Sonntag als Post-Valentinstags-Date. Ob er ohne blonde Perücke und Sonnenbrille überhaupt gut aussieht? Am nächsten Morgen bereue ich es schon fast ein bisschen meine Zusage, da ich deshalb den wöchentlichen Sonntagstratsch mit meiner besten Freundin absagen muss.

Wider erwarten sieht Heino aber in zivil echt gut aus. Und nicht nur das. Er ist auch noch witzig! Fast 3 Stunden laufen wir am Fluss entlang durch den Matsch und quatschen dann noch mal 2 Stunden in einem Café weiter. Er gefällt mir und ich habe endlich mal wieder ein Date bei dem ein paar kleine Funken sprühen. Ganz miniwinzigkleine, aber sie sind da.

Hoffentlich hat er am Samstag nicht zu viele Autogramme verteilt.

Und hier nun noch die Bilanz des Valentinswochenendes:

  • Nachricht auf dem Handy: CHECK!
    (ein gelber Minion ist nicht das was ich mir vorgestellt habe, aber gut. Er zählt trotzdem.)
  • gemütliches Frühstücken (nicht allein): CHECK!
    (Zwar nicht wie gewünscht im Bett, aber Penisgespräche sind fast genauso schön.)
  • ungewaschene Haare und hässlicher Schlafanzug: CHECK!
    (Zum Glück mit ein paar Handgriffen veränderbar.)
  • Blumen: CHECK!
    (Tulpen statt Rosen, aber die finde ich eh viel hübscher.)
  • viiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeel trinken: CHECK! CHECK! CHECK!
  • Paris und vin rouge: FAILED!
  • ein cooles Date haben: CHECK!
  • Sex haben bis die Wände wackeln: FAILED!
    (Aber ich geb mein Bestes um das bald zu ändern!)
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12 Kommentare

      1. Zum Glück gibt es hier ein Kontaktformular was mir die Nachrichten dank wordpress App direkt aufs Handy projiziert. Ich kanns kaum abwarten ein paar neue Minions oder Diddlmäuse zu bekommen. 😉

  1. Du hast so eine erfrischende Art und Weise zu schreiben. 🙂 So freischnauze einfach! 🙂 Vielen Dank, dass ich so oft schmunzeln und laut los lachen musste, weil ich viel von mir darin entdecke. 😉

  2. „unsexyhochzehn Schlafanzug“ – 😀

    „Jajaja, mega laaaaaaaange Liste. Eeeeewig laaaang. Ich bin so beliebt, dass mir am Ende nur ein Name einfällt: Mama.“ – 😀

    „(…) aber Penisgespräche sind fast genauso schön.)“ – 😀

    „◾Sex haben bis die Wände wackeln: FAILED!
    (Aber ich geb mein Bestes um das bald zu ändern!)“ – 😀

    Ich lach mich tot.
    Mit bisher der amüsanteste Eintrag, den ich von der gelesen habe *g

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