Es heißt ja nur „Guten Morgen“ weil „Halt die Fresse und geh sterben!” gesellschaftlich nicht so akzeptiert ist.

Ich bin ehrlich gesagt nicht so ein guter Frühaufsteher. Besonders wenn der Tag nur einen Gang ins Büro vorsieht. Ich bin Meister im Herauszögern des Aufstehens.

Zuerst klingelt der Wecker einmal. Das nehme nicht ich, sondern maximal mein Unterbewusstsein wahr. Beim zweiten Mal (8 Minuten später) dringt das Schrillen des Weckers langsam in mein Bewusstsein. Beim dritten Mal dämmert es mir: Der Wecker meint es ernst mit mir. Spätestens beim vierten Mal schlage ich zumindest die Augen auf und überzeuge mich davon ob der Wecker nicht einen Witz gemacht hat. In ca. 99% der Fälle hat er keinen Witz gemacht, was ich dann ärgerlich zur Kenntnis nehmen muss. Und jetzt ist die Botschaft inzwischen auch in meinem Gehirn angekommen: Wir haben einen Wochentag. Ich muss aufstehen. Ich muss ins Büro!

Dann lieber erst mal schauen was mein Handy sagt. Whatsapp Nachrichten? Müssen beantwortet werden! Facebook Timeline? Langweilig, aber besser als aufstehen. Noch schnell ein Scrabbelzug (Wordfeud ist eine großartige App!) bevor ich meine nackten Beine in die kalte Wirklichkeit heraus schicke. Zuerst das Eine. Dann das Andere. Ganz langsam. Raus aus dem Bett. Nach dem Duschen ist mir so kalt, dass ich es oft vorziehe vom Bett aus meinen geöffneten Kleiderschrank zu beobachten um zu überlegen was ich anziehen könnte. Manchmal hat mir dann meine Whatsapp Unterhaltung schon geantwortet, dass ich dann auch wieder einen Weg finde, nicht gleich ein zweites Mal aufzustehen. Blöd nur, wenn es dann langsam knapp wird mit der Zeit und ich immer noch kein Tagesoutfit herausgesucht habe. Ich frühstücke trotzdem immer noch, weil ich ohne nie außer Haus gehe. Das hat mir meine Mama so beigebracht und nun bilde ich mir ein dass das so sein muss. Um Zeit zu sparen, gibt es allerdings nur ein paar Cornflakes. Schüssel – Cornflakes – Milch – reinschaufeln – fertig. Meistens jogge ich dann noch zur U-Bahn (besser als gar kein Sport) nur um dann wenige Augenblicke später im Büro zu sitzen.

Beziehungen zwischen Frühaufstehern und Langschläfern, also zwischen Lerchen und Eulen, sind zum Scheitern verurteilt. Das ist zumindest meine feste Überzeugung. Ich kann morgens einfach noch nicht viel reden. Ich bin der Meinung es heißt auch nur „Guten Morgen!“ weil “Halt die Fresse und geh sterben!” gesellschaftlich nicht so akzeptiert ist.

Ich bin durchaus kein Morgenmuffel, aber mein Gehirn beginnt erst ab um 9 auf Tour zu kommen. Vorher bin ich eher in einem zombieartigem Zustand. Ich bin also eigentlich ganz froh, als Single, früh niemanden zu begegnen. Wenn ich früh Bekanntschaften in der Ubahn treffe oder Arbeitskollegen den gleichen Weg teilen, verstecke ich mich oft, weil ich einfach noch nicht reden will. Wach werde ich erst nach dem ersten Kaffee im Büro, dabei Emails checken (immer noch nicht reden) geht auch noch in diesem Modus. So schmeckt mit dann mein Kaffee übrigens auch am besten: Früh am Morgen und bitte ohne dass jemand mit mir spricht. Dann kommt meistens das erste Meeting oder der erste Anruf und spätestens dann fang auch ich den Tag endlich an.

Als Langschläfer habe ich noch ein paar wertvolle Tipps wie Ihr morgens jede Menge Zeit spart und länger schlafen könnt. An der Umsetzung dieser arbeite ich zwar noch, aber im Ratschläge geben, die ich selbst nie befolgen würde, bin ich eben einfach einsame Spitze. Das wissen auch meine Freunde, die ich gern in Liebesdingen berate.

  1. Gleich beim ersten Weckerklingeln aufstehen.
    Nachtteil: Hahahahaha! Auaaaaaaaaa! Unmöglich!
    Zeitersparnis: ca. 15 Minuten – 3 Stunden
  1. Nicht am Morgen, sondern abends duschen
    Nachteil: Haare sehen nicht frisch / scheisse aus und sind platt gedrückt
    Zeitersparnis: 15 Minuten (mit Haare waschen sogar 30 Minuten)
  1. Abends schon die Klamotten für den nächsten Tag bereit legen
    Nachteil: am nächsten Morgen ist Dir eher nach Kleid als nach Jeans und Du verschwendest doppelt Zeit
    Zeitersparnis: 5 Minuten bis minus 15 Minuten
  1. Frühstück weglassen und im Büro frühstücken
    Nachteil: hungrig in der Ubahn sitzen und der Tag fängt echt beschissen an
    Zeitersparnis: 15 Minuten

5.  Grundsätzlich kurz vor knapp zur Ubahn laufen und keinen Puffer einplanen.
Nachteil: Geht in 50% der Fällen schief und man verpasst die Ubahn.
Zeitersparnis: 5-10 Minuten

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39 Kommentare

  1. Ich steh ja immer extra früh auf, damit ich in aller Ruhe frühstücken, lesen, anziehen und was mir sonst noch so einfällt, machen kann. Bei einem stressigen Morgen ist bei mir der ganze Tag versaut xD
    Und mein Freund ist ein Langschläfer, und eigentlich verträgt sich das ganz gut 😛

      1. Ich mag morgens früh ganz in Ruhe in den Tag starten, ohne Geplauder, und das geht natürlich wunderbar wenn er noch pennt 😛 Und der schläft wie ein Stein, da müsst ich schon gehörig lärmen^^

  2. Haha dieser Post hätte glatt von mir sein können. Und heute war – warum auch immer – die Qual besonders gross. Irgendwie beruhigend, dass man damit nicht alleine ist.

  3. Hey, also ich lese ja schon ein Weilchen still mit 🙂
    Hierzu muss ich sagen: Bei uns haben sich Lerche und Eule geeinigt. Vor acht Uhr darf er mich an Wochenenden nicht mal anstupsen, vor neun gibt es nur Kaffee und ein kleines Frühstück und erst dann beginnt der Tag. Bisher funktionierts 🙂

    1. Na ja, in meiner letzten Beziehung habe ich mich auch ein wenig nach unten hin angepasst. Irgendeinen Tod muss man ja sterben. Aber umso mehr genieße ich zurzeit meine eigenen Zeitplan zu haben.

  4. Wäre ja schön wenn mein Gehirn gegen 9 Uhr zum Arbeiten anfangen würde, aber dafür bin ich meistens zu müde. Prinzipiell sollte ein Wecker nie vor, sagen wir mal, 9, besser 10 und noch besser 11 klingeln. Je später desto besser und umso leichter ist der Start in den Tag.

  5. Ach, endlich auch mal jemand, der vor dem ersten (bis dritten) Kaffee nicht reden mag! Bin gerade beim dritten und konnte die Bestellung bei der Kellnerin auch verbal formulieren …

  6. Musste bei deinen wertvollen Tipps echt lachen! Und kann dich echt gut verstehen, weil ich genauso bin: Morgens mit jemanden reden? Bitte nicht! Ich hasse es abgrundtief, Bekannte morgens am Bahnhof zu treffen, die dich mit allem möglichen zuquatschen, dass dich – zumindest um diese Uhrzeit – nichtmal ansatzweise interessiert. Ich zeige meine Desinteresse dann indem ich mir die Kopfhörer aufsetze und einfach gedankenvertieft ins Leere schaue, um die Mundbewegungen des anderen möglichst nicht mitzukriegen, zumindest so, dass derjenige dann nicht beleidigt ist. Na, wir Langschläfer brauchen halt unsere Zeit, bis wir am normalen Tagesgeschehen teilnehmen wollen 🙂

  7. Ich hab wirklich lachen müssen, hab mich selbst nur zu gut wiedererkannt 🙂 Montags gehts ja noch so halbwegs mit dem Austehen, Dienstags ist schon mühsamer und wird im Laufe der Woche immer schlimmer…

      1. Das wäre sicher ein guter Anlass und danach in lautstarkes Lachen auszubrechen…wenn wir die Gesichter der anderen Menschen sehen, die es nicht fassen können, dass wir uns so begrüßen.

  8. „Guten Morgen!“ weil “Halt die Fresse und geh sterben!” gesellschaftlich nicht so akzeptiert ist bis … aber im Ratschläge geben, die ich selbst nie befolgen würde, bin ich eben einfach einsame Spitze. Das wissen auch meine Freunde …

    Ich lache immer noch und wundere mich, wie jemand meine eigenen Gedanken so perfekt auf den Punkt bringen kann. Herrlich!

    Du schreibst mir aus dem Herzen.

  9. KÖSTLICH! 🙂

    Ich könnte ja auch länger im Bett bleiben wenn ich wollte, aber für mich überwiegen die Nachteile.
    Kann ja schon morgens Arien singen und tanzen, wenn ein schönes Lied im Radio gespielt wird…….

    Ich hab mich gerade köstlich amüsiert, vielen Dank! Mein Tag kann beginnen 😉

  10. Klingt für mich wie ein Vermeiden des eigenen Lebens. Da muss irgendwie nicht so viel drin sein, das du wirklich magst, in deinem Leben.

    Ich bin auch kein Frühaufsteher, aber seit mein Leben in wichtigen Bereichen mehr das ist, was mir wirklich liegt und ich einen Job habe, den ich gerne mache, wache ich meistens ziemlich zeitnah vor dem Wecker auf, was bedeutet, ich muss mir das Gepiepe nicht erst anhören und bin meistens gut gelaunt. Freiwillig aufstehen können fühlt sich ziemlich gut an.

      1. Okay, dies ist der erste Beitrag von dir, den ich gelesen habe. Und meine Vermutung folgte nur daraus. Es ist gut, wenn es in deinem Leben viel gibt, das du magst.
        Es gibt also keine Chance, das Berufliche mit deinem persönlichen Tagesrhythmus irgendwie unter einen Hut zu bekommen?

      2. Ich glaub wenn ich erst um 10 oder 11 im Büro auftauchen würde, hätte ich bald keinen Job mehr… aber langfristig muss ich am Job eh etwas ändern. Du hadt schon ein bisschen recht. Wenn ich in meiner Freizeit was Tolles vorhabe, was ein frühes Aufstehen erfordert geht das ein bisschen einfacher 😉

      3. Ok. Gerade fällt mir auf, dass dein Blogtitel ja irgendwie dann auch noch eine eigene Sprache spricht. Aber ich will nicht herumhacken. Es gibt auch in meinem Leben durchaus noch Verbesserungswürdiges und es braucht für alles den rechten Zeitpunkt, wo es dann auch umsetzbar ist.
        Viel Erfolg also bei allem, das sich ändern darf, damit du gerne aus dem Bett und in deinen Tag hopsen magst 🙂

  11. Hab ich gelesen. Alles klar 😉
    Und höre trotzdem auf die Gescheitburgerin zu spielen, ich hatte nämlich zwar einen freien Tag, aber trotzdem nicht den besten. Jetzt ist Badewanne dran.

    Den Rest des Tages leb ich mein Leben, so wie es mir gelingt, anstatt in anderen herumzustochern 😛

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