34 und immer noch nachts Kekse im Pyjama essen und über Jungs tratschen

Heute ist es also mal wieder so weit. Geburtstag. Ich mache den Turn und werde 34. Gleich fahre ich mit den Liebsten der Lieben (einer reinen Mädchentruppe, weil Jungs ja meistens blöd sind) in den bayrischen Wald auf eine Hütte. Dort werden wir das Wochenende zusammen verbringen: Pyjamas tragen, Kekse essen, über Jungs reden, uns gegenseitig die Nägel lackieren, in der Sonne sitzen und verstecken spielen. So wie damals. Manches ändert sich einfach nicht und das ist auch gut so.

Könnt Ihr Euch noch an Eure Kindheit und Schulzeit erinnern?

Erinnert Ihr Euch noch wie es im Klassenzimmer nach Bleistiften und stinkenden Tafelschwämmen roch? An Tintenkiller und Löschpapier? Mit Silberedding das Federmäppchen beschreiben? An Zettel schreiben im Unterricht? Zickzackscheitel und Schlaghosen? In der großen Pause, den Schwarm aus der 10. anhimmeln? Essensmarken suchen? Hausaufgabenheft? Lehrbuch vergessen und beim Banknachbarn mit reinschauen? Pausenbrote tauschen? An Mila Superstar? Unangekündigte „Leistungskontrollen“? Heimlich fernsehen? Rollschuhe? In Bäume klettern? Den ersten Kuss?

Mit 15 habe ich mir mein Leben mit 34 schon ein bisschen anders ausgemalt. Ich dachte ich wäre längst verheiratet, hätte zwei oder drei Kinder und würde einen coolen Job haben und in einem kleinen Haus mit Garten wohnen. Schön spießig irgendwie, aber auch einfach nur schön irgendwie. Bisher ist ja nun nichts von den Dingen eingetreten und ich finde es auf einmal gar nicht mehr so schlimm. Ich habe die letzten 14 Jahre mein Leben sehr genossen. Ich war in einer langen Beziehung (okay!), ich habe das Singleleben genossen (gut!) um mich nun gerade wieder ganz langsam auf Jemanden einzulassen (huch!). Ich habe in Italien (Ciao bello!), Spanien (Hola chico!) und den USA („Hey handsome!“) für eine kurze Zeit gearbeitet, studiert und verschiedene Jobs angenommen. Ich habe tolle Rucksackreisen gemacht, viel gefeiert, viel getrunken, zu viel getrunken, geknutscht und viel das Leben einfach nur fließen lassen. Mein Studium habe ich mehr oder minder erfolgreich abgeschlossen und bereits den ein oder anderen Job übernommen. Ich habe tolle Menschen kennengelernt und bin viel aufgeschlossener und angstfreier geworden. Ich bin in eine andere Stadt gezogen und habe mir ein komplett neues soziales Umfeld aufgebaut. Und ich liebe diese bayrische Stadt mittlerweile genauso sehr wie meine Heimatstadt.

Viele Dinge geschafft. Aber auch immer (noch) auf der Suche nach Glück und Zufriedenheit und vor allem endlich irgendwo ankommen. Aber wer ist da nicht auf der Suche? Gibt es den Zustand „angekommen“ eigentlich überhaupt? Ich glaube es nicht. Aber getreu dem Motto „Carpe diesen scheiss diem!“ sollten wir jeden Tag aufS Neue versuchen diesen so zu optimieren, dass es einem selbst gut geht. Ruhig mal 5 gerade sein lassen und einmal Arbeit schwänzen. Tolle Dinge für die freien Tage planen. Etwas Sinnvolles tun. Nein, nicht jeden Tag so leben als ob es der letzte wäre. Aber besondere Momente bewusst wahrnehmen und genießen. Das geht gut und verbreitet gutes Karma. Und wir sollten uns diese auch immer wieder selbst schaffen und nicht nur darauf warten dass sie endlich passieren. Wie das bevorstehende Wochenende. Neun Mädels, die teilweise über 500km fahren um mich zu sehen und um mit mir im Pyjama Kekse zu essen. Ich freu mich auf Euch!

Und jetzt geht’s erst richtig los!

Advertisements

16 Kommentare

  1. Alles Liebe und Gute nachträglich. Für manche Dinge ist man nie zu alt (Milan Superstar – danke danke danke für’s in-Erinnerung-rufen!!!!). Hoffe, du hattest einen wunderschönen Geburtstag. Lieben Gruß

  2. Ehrlich? Je älter man wird, desto anspruchsvoller ist man dem potentiellem „zukünftigen“ gegenüber. Und irgendwann stellt man fest, dass um einen herum alle Kinder haben und man selber keins. Und auch keine Familie. Ich bin Ärztin und habe in meinem Leben schon so oft diese Geschichte gehört, gerade auch bei meinen Kolleginnen. Da bringt Dich weder cooles Verhalten noch Torschlußpanik weiter. Sondern Überlegungen, was man wirklich möchte. Und dann sollte man die richtigen Schuhe anziehen, damit man die Schritte in die richtige Richtung gehen kann. In die Handtasche steckt man einen Quentchen Pragmatismus. Man sollte nichts erzwingen. Aber dem Glück die Chance geben, einen zu finden… Ich denke, dass weißt du ja alles, sonst hättest Du den Artikel nicht geschrieben!
    Ich wünsch´ Dir, egal was Du tust, dass Du glücklich bist mit Deinem Weg. Nessy von den happinessygirls

    1. Hi Nessy, ich geb Dir total Recht. Irgendwann kommt die Zeit in der man überlegt, was man vom Leben will. Ich hätte gern einen Partner. Ich hätte vielleicht auch gern ein Kind. Aber leider kann man das nicht erzwingen… Wenn alle anderen das Glück haben und der Traummann auftaucht, bevor es zu spät ist mit dem Kinderwunsch: Bravo! Ich hatte bisher damit leider keine Glück. Aber ich werde defintiv keine Chancen verstreichen lassen. Und bis dahin genieß ich mein Leben einfach so, wie es im Moment ist.

  3. Ich musste hier drauf klicken, weil ich in drei Tagen so alt werde wie du vor anderthalb Monaten, und mich die Beschreibung der Schulzeit so sehr an meine erinnerte … Lieber Gruß und weiterhin viel verliebten Spaß im 35. Lebensjahr.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s