Und Tschüss! Bleib wo der Pfeffer wächst!

Jaja, ich bin immer noch total verliebt. Herzchenscheisse hoch drölfzehn. Verliebte Blicke und kitschige Whatsapp Nachrichten. Blumen, Sex und nochmal Sex, „Ich vermiss Dich schon wieder“ – Nachrichten nach noch nicht mal 24 Stunden und immer mehr das Gefühl endlich auch mal Glück zu haben.

Und trotzdem geht die Angst nicht weg, dass das von heute auf morgen vorbei sein kann. Vielleicht lernt er nächste Woche eine hübschere, tollere, klügere Frau kennen? Vielleicht entwickeln sich seine Gefühle nicht weiter? Vielleicht verdrückt er sich wenn er zum ersten Mal von meiner Morgenmuffeligkeit oder von meiner manchmal vorhandenen schlechten Laune Wind bekommt? Und dann ****Puff**** Ist es von heute auf morgen vorbei. Bei meiner langen Beziehung war es das nämlich. Während ich nach fast 5 Jahren immer noch dachte alles wäre in Butter und diesen Mann werde ich heiraten, verriet er mir kurz nach unserem gemeinsamen Urlaub dass er sich der Beziehung nicht mehr sicher wäre. Ich dachte am Anfang der macht einen Scherz. Ziemlich schnell erfuhr ich gleich darauf, dass er mich betrogen hatte. Nachdem er diese beiden Sätze ausgesprochen hatte, wusste ich nun auch wie es sich anfühlt, wenn einem das Herz bei lebendigen Leib herausgerissen wird. Nein, das ist nicht nur so ein lapidares Sprichwort. Ich konnte es wirklich fühlen. Autsch! Den Schmerz habe ich laaaaange laaaange mit mir herum getragen. Wahrscheinlich viel zu lang. Wenn ich einmal liebe, liebe ich eben richtig. Mir ist es ein Rätsel, wie man von heute auf morgen einen geliebten Menschen bei Seite schieben und ad acta legen kann. Wie man nach kurzer Zeit und damit meine ich nicht 3 Wochen, sondern auch 5 Monate sind für mich, nach einer mehrjährigen Beziehung, eine kurze Zeit, sich neu verlieben und neu auf jemand anderen einlassen kann. Ich brauche dafür Zeit. Ja, ich gebe zu 5 Jahre hätte es dafür nicht gebraucht, aber das erste Jahr nach der Trennung war ich mit Sicherheit beziehungsunfähig. Danach gab es ein paar Versuche, Affären, Geschichten, Enttäuschungen – im Endeffekt war ich nie wieder so richtig richtig glücklich.

Kann es wirklich sein, dass sich das jetzt ändern soll? Kann es wirklich sein dass dieser tolle Mann sich ausgerechnet in mich verliebt hat? Und wenn ja, wie lange wird das wohl anhalten? Ich genieße das Gefühl gerade sehr, aber die Angst noch einmal so tief zu fallen sitzt mir im Nacken. Geht die irgendwann auch mal weg? Bekomme ich irgendwann mehr Sicherheit und mehr Vertrauen? Oder haben all die traurigen Geschichten mein Vertrauen in die Männer so erschüttert? Bei anderen sieht es von außen betrachtet immer so leicht aus. Keine Ängste, Vertrauen, Liebe, Offenheit. Ich bin da sehr zurückhaltend. Je mehr ich mich öffne, desto mehr bekomme ich zurück. Aber die Angst, die bleibt. Und die Höhe aus der man fällt, steigt unaufhörlich.

Ich suche noch nach den „Off-Button“, der die Angst ganz weit unten in eine dunkle Ecke meines ICHs verschwinden lässt. Und dort soll sie schmorren bis in 2065 die heiße, neue Pflegerin von G. kommt und ihm die Hose runterzieht, weil er nicht mehr allein pinkeln kann.

Ich gebe Bescheid, sobald ich den Knopf gefunden habe!

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24 Kommentare

      1. grüne Pfeffer oder Grüne, weiße und schwarze Pfefferkörner
        Die ursprüngliche Heimat dieser Pflanze ist Indien, speziell die Malabarküste. Im Zuge der Ausbreitung der indischen Kultur nach Südostasien gelangte der Pfefferanbau vor ca. 1000 Jahren in das heutige Indonesien und Malaysia.

        Die größten Anbauländer von Pfeffer sind Vietnam, Indonesien, Indien, Brasilien und Malaysia. Weltweit .quelle wiki

  1. „No risk no fun“ heißt es auf dem Ehering einer Bekannten. Doch so locker kann ich das auch nicht sehen. Der Mann mit dem ich alt werden wollte, verließ mich auch für eine andere. Dann kam die iMS. Und wer will mich jetzt noch?
    Nun ja, man kann nie wissen… Vllt stimmt es doch:
    „No risk, no fun!“

    1. Ja, ohne Risiko funktioniert die Liebe mit Sicherheit nicht. Aber es ist schon ganz schön schwer wieder Vertrauen zu fassen.
      Ich drück Dir die Daumen liebe Katrin, dass Du auch noch Dein Glück findest!

  2. Ich verstehe dich so gut, diese Angst macht uns auch sehr zu schaffen. Und ich glaube, dass man vorsichtig sein muss, dass man seine Beziehung nicht mit der Angst vor deren Ende unterbewusst genau dorthin steuert. Ich kenne das von mir jedenfalls. Eine meine besten Freundinnen hat es vorletzte Woche, als es mir richtig schlecht ging und ich mich so richtig in die Angst reingesteigert hatte, gesagt: „Genieß doch einfach mal, was ihr habt und stell es nicht sekündlich in Frage. Du gibst deinem Arschloch-Ex dadurch viel zu viel Macht über deine jetzige Beziehung.“ Recht hat sie. Deine letzte lange Beziehung wurde ganz grauenvoll beendet. Ich liebe da wie du – von Kopf bis Fuß und schmeiße nicht mal eben hin. Aber so liebt nunmal nicht jeder, jeder eben so wie er kann. Aber man muss natürlich keinerlei Verständnis für den Ex-Partner aufbringen, schon gar nicht, wenn er einen so verlässt wie er dich damals. ABER gib ihm keine Macht über deine jetzige Beziehung, das hast weder du, noch dein neuer Partner verdient. Ich denke gerade sogar selbst darüber nach, mal eine Kurzzeitherapie bei einer Beziehungstherapeutin zu machen. Therapie ist ja leider immer noch etwas verpönt, aber ich weiß, was für tolle und im Grunde doch simple Tricks die einem beibringen können, dass man den Schalter gegen die Angst nicht nur findet, sondern auch drücken kann. ❤️

    1. Danke Du Liebe! Du hast vollkommen Recht und ich weiß das auch alles. Ich scheitere nur noch an der Umsetzung. Aber es wird mit jedem Mal sehen besser und das macht mich schon sehr glücklich.

  3. Ich denke das wichtige in der Geschichte ist, wo du das Vertrauen suchst. Suchst du in ihm? Dass er bleibt, dass er geht, dass er dich liebt, etc. Oder suchst du in die? Dass du lebenswert bist, dass du daran glaubst, dass du Wert hast.
    Ich weiß nicht, wie es bei dir innen aussieht, aber ich weiß ziemlich sicher, das wir nie wissen können wie es in im aussieht und was das auch nicht wirklich jemand außer ihm ändern kann.

    Meine Meinung: vertrau dir und die Angst wird Beifahrer statt Fahrer.

  4. Ich verstehe dich auch nur zu gut! Ich habe die gleichen Verlustängste und Unsicherheiten.
    Mal kann ich sie gut beiseite schieben und manchmal lassen sie mich nicht in Ruhe! Und trotzdem ist es im Endeffekt so: Egal wieviel Angst man hat oder wie locker man ist, es wird kommen wie es kommen wird und wir werden es nicht aufhalten können…

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