Gender Reveal Party by J&G

Ja, jetzt seid Ihr sicher alle voll gespannt und wahnsinnig aufgeregt. Jiuliena verrät das Geschlecht Ihres Babys. Die halbe Welt will es wissen und kann es kaum abwarten. Alle sitzen gebannt vor Ihrem Bildschirm, lesen diese Zeilen und pinkeln sich gleich ein, weil es entweder rosa oder blaue Konfetti regnen wird. Selbst Brad Pitt hält gerade während er diesen Text liest den Atem an.

Oder etwa nicht?

Wie jetzt?! Ihr seid nicht aufgeregt? Es ist Euch egal was es wird? Ihr kennt mich noch nicht mal und das Baby erst recht nicht? Und deswegen ist es Euch pillepalle ob Junge oder Mädchen? Häh?
Wieder irgendeine Bloggerin, die ein Kind bekommt und jetzt hier einen auf Gender Reveal Party macht?

Was ist eigentlich eine Gender Reveal Party? Was soll das und wer macht so was?

Wer sich, wie ich, ab und an auf Instagram bewegt, kommt da leider nicht drum rum: Nicht nur in den USA feiern werdende Eltern Feste, um spektakulär zu verkünden, ob sie einen Jungen oder Mädchen bekommen. Dabei wissen sie vorher nicht mal selbst über das Geschlecht Bescheid. Die Gender Reveal Party kommt zeitlich nach der Bachelorparty, nach der Hochzeitsparty, vor der Baby Shower Party bzw. vor der Geburt. Sie ist das Schlimmste und Kitschigste was ich mir in meiner Welt vorstellen kann, direkt nach der Babyshower Party, welche ich auch schlimm finde, allein wenn ich an Sachen wie Windeltorten denke.

Bei der Gender Reveal Party werden jedenfalls Hinweise auf das Geschlecht irgendwo versteckt und die Überraschung wird gemeinsam – natürlich vor der Kamera und am besten live mit der Social Media Welt geteilt, enthüllt. Dazu werden z.B. riesige Luftballons aufgestochen, aus denen Flitter fällt, der rosa oder blau ist oder große Kisten geöffnet, aus denen Luftballons in der jeweiligen Farbe aufsteigen. Wem die Luftballons zu langweilig sind, der präpariert ein VW Käfer so, dass er blaue oder pinke Abgase pustet oder besorgt Rauchbomben statt Kuchen. Je spektakulärer, desto mehr Likes.

Eltern wissen auch nicht Bescheid

Es geht dabei nicht darum Freunden und Familie das Geschlecht zu verraten – nein, auch die werdenden Eltern wissen meist nicht, was es wird. Sie stechen aufgeregt in Luftballons mit rosa oder blauem Glitzer gefüllt, reißen Geschenkpakete auf, aus denen blaue oder pinke Socken fallen oder öffnen Flaschen, aus denen blaue Schlumpflimonade oder pinker Grapefruitsaft spritzt. Die Überraschung soll auf jeden Fall spektakulär groß sein.

Wie geht das?

Üblich ist es, den Frauenarzt beim Ultraschall zu bitten, das Geschlecht auf einen Zettel zu schreiben und in einen Umschlag zu stecken. Diesen Umschlag gibt man dann ungeöffnet an eine Freundin oder einen Freund, einen Partyplaner oder Bäcker – die sich dann um Füllungen aller Art kümmern. So werden dann kleine Kuchen mit Erdbeer- oder Blaubeer-Creme hergestellt und erst beim gemeinschaftlichen Reinbeißen erfährt die Partygesellschaft, was es wird.

Dazu gibt es Girlanden und Deko mit Aufschriften wie „I am here for the sex“ („Ich bin hier für das Geschlecht“) und dem unvermeidlichen „Boy or Girl?“, “Blue or Pink, what do you think?“ oder: „He or she, come in to see!“ Manche entscheiden sich in Zeiten von Diskussionen über Geschlechterrollen, Stereotypen und Sexismus auch für „Wheels or Heels?“ oder „Stashes or Lashes

Was wird’s bei uns?

Wir haben uns – Überraschung – gegen Luftballons, Limonadenflaschen oder bunte Kuchenfüllungen entschieden. Beim ETS habe ich kurzer Hand gefragt ob man schon etwas sehen kann und aber die Ärztin war sich noch nicht ganz sicher. Auch beim Termin danach konnte Herr Dr. Ruh noch nichts sicher sagen. Nun warte ich gespannt auf den nächsten Termin und freue mich egal ob „Team blau“ oder „Team rosa“, denn nach so langer Zeit des Kinderwunsches ist einem – und das kann ich sicherlich verallgemeinern – das Geschlecht völlig egal.

13 Kommentare

  1. Es ist sowas von egal! Aber klingt ja nach „Team rosa“ (#farbensindfüralleda)
    Hihi

    Ich hab Rubbelkarten selbst gemacht (super easy und günstig), die die Schwiegerfamily dann bekommen haben. War ganz niedlich. Auf drei Karten stand:“ es wird ein…… Baby“ und auf einer dann „es wird ein….Junge.“

    Habe auch blaue Herzchen auf die Karte gemacht, obwohl ich auf rosa blau nicht so stehe. Für reveal Sachen oder die ältere Generation ist es aber trotzdem niedlich und lustig.

    Bei uns hat unser Knödel aber sein Gemächt auch ganz direkt beim ETS in die Kamera gehalten. Haha.

    Ich freue mich sehr für dich und wünsche dir weiter alles Gute 🤗❤️

  2. Ich verstehe auch immer nicht, warum alle Welt so scharf darauf ist, dass Geschlecht eines „fremden“ Babys zu erfahren.
    Ich finde das immer ganz schlimm, wenn dann wilde Theorien anhand der Bauchform oder bestimmter Gelüste in den Raum geworfen werden. Und noch viel schlimmer, wenn über die Genitalien auf dem Ultraschallbild diskutiert wird.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr auf jeden Fall einen kleinen Menschen bekommen werdet, der hoffentlich gesund ist und euch nicht allzu viele Nerven rauben wird 😊

  3. Jeder macht, was er für richtig hält und worüber er sich freut. Wir wissen es tatsächlich noch nicht und warten gespannt auf den nächsten Termin.

  4. Ich habe mich bei jedem Kind einfach unglaublich beschenkt gefühlt. Das Geschlecht war uns immer egal.
    Ich freue much, das bei euch mit dem Baby alles gut läuft.
    Liebe Grüße 🌹

  5. Bei uns hat man früher immer behauptet, dass die Kinnform der Mutter darüber Aufschluss gibt, was das Geschlecht ihres Babys sei😝

  6. Weißt du, was ich immer total spannend fand? Dass ich, bevor ich Kinder hatte, immer im Kopf hatte, welches Geschlecht mir lieber wäre. Nach einem Kind dachte ich dann immer noch, dass mir eine bestimmte Kombi am liebsten wäre. Heute mit 2 Kindern habe ich das, was ich früher nie “wollte”. Aber was woher kann man vorher wissen, was man will? 🤷🏻‍♀️ Völlig bekloppt dieses ganze Gewusel über das Geschlecht der Kinder – in meinen Augen! Ich bin dankbar für meine Kinder und zwar weil ich sie habe und nicht weil sie eine gesellschaftliche Norm erfüllen (oder eben nicht, je nach Meinung).

    … kurz gesagt: weiterhin alles Gute! ❤️

  7. Wir waren so weit entfernt von einer gender reveal party wie man nur sein kann. Und wenn wir es selbst gewusst hätten, hätten wir es bis zur Geburt nicht „revealed“. Aber offensichtlich gehörten wir hier zur Minderheit derer, die sich überraschen lassen wollten. Ich fand das übrigens kleidungstechnisch total entspannt, was mir aber teilweise große Augen einbrachte.

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