Gurken, Nutella und Erdbeeren

Vom „Saure-Gurken-Nutella-Phänomen“ hat wohl jeder schon einmal gehört und drüber gelacht. Die während der Schwangerschaft auftretenden Gelüste nach bestimmten Speisen oder Speisekombinationen werden häufig als Einbildung abgetan. Sie treten jedoch bei fast jeder schwangeren Frau zu irgendeinem Zeitpunkt auf und können sich von Tag zu Tag ändern.

Woher kommen also diese Schwangerschaftsgelüste?

Bisher gibt es mehr oder weniger nur Vermutungen bezüglich der Ursachen. Einen eindeutigen Beweis für die Entstehung von Schwangerschaftsgelüsten liefert die Wissenschaft bisher nicht. Eine These lautet, dass die außergewöhnlichen Gelüste durch den veränderten Hormonhaushalt ausgelöst werden. Schwankende Beta-hcG-, Östrogen- und Progesteronspiegel haben sowohl auf den Geruchs- als auch den Geschmackssinn einen Einfluss. Darin könnte eine mögliche Ursache der veränderten Ernährungsweise liegen. Plötzlich schmecken Gerichte wie Hühnchen mit Schokolade unwiderstehlich, wo sie noch vor wenigen Wochen als völlig abstrus galten.

Ein zweiter Ansatz liegt im erhöhten Nährstoffbedarf der Schwangeren. Schließlich muss nicht nur der eigene Körper, sondern auch der des heranwachsenden Babys versorgt werden.  D.h. die verschiedenen Gelüste können darauf zurückgeführt werden, weil ein Mangel von bestimmten Nährstoffen vorliegen könnte.

Erdbeeren und Klatsch & Tratsch

Ich achte im Allgemeinen schon mehr oder weniger auf meine Ernährung, aber nicht übertrieben und in der Schwangerschaft schaue ich natürlich noch etwas mehr darauf was ich esse. Bisher habe ich noch nicht viel zugenommen, aber das Mini ist ja noch klein. Und dass man für zwei essen sollte in einer Schwangerschaft ist ein weit verbreiteter Irrtum.

In den ersten Wochen bemerkte ich jedoch schnell ein paar Veränderungen. Es war Spargelzeit. Ich liebe Spargel mit frischem Kochschinken und Sauce Hollandaise, aber dieses Jahr hätte man mich mit Spargel jagen können. Seitdem Erdbeerenzeit ist, bin ich ganz versessen auf die roten Beeren und könnte jeden Tag eine 500g Schale verdrücken. Fleisch hingegen habe ich jetzt schon seit Monaten nicht mehr angerührt, weil schon der Anblick, geschweige denn der Geruch, für mich eine Herausforderung sind.

Letzte Woche war ich einkaufen und hatte schon etwas Hunger.

  1. Man sollte ja nie mit leerem Magen einkaufen gehen. (X)
  2. Man sollte auch nie schwanger einkaufen gehen. (X)
  3. Und man sollte nie ohne Plan einkaufen gehen. (X)

Nachdem ich würgend an der Fleischtheke vorbei hechtete, lagen folgende Dinge auf dem Band, an der Kasse:

  • 2x 500g Erdbeeren (was sonst?)
  • Eiscreme (Es waren 32C)
  • Tiefgekühlte frittierte Mozzarella Sticks (habe ich das letzte Mal vor über 15 Jahren gegessen)
  • Eine Aubergine für G.
  • Eine „In touch“
  • Eine „Bunte“
  • Eine „Gala“

Etwas nahrhaftes war leider nicht dabei. Und was wir abends damit kochen wollten, wusste ich zu Hause angekommen auch nicht (mehr).

Mein schlimmstes Schwangerschaftsgelüst ist eindeutig der Drang neuen Klatsch und Tratsch zu erfahren. Daher auch die drei Klatschblätter, die ich sonst nie kaufe und nur beim Arzt lese. Gut, da ich jetzt nicht mehr regelmäßig in der Kinderwunschklinik bin, könnte ein Mangel bzw. eine Unterversorgung an Informationen vorliegen, denn da liegen die Zeitschriften ja immer aus. Wie gut, dass meine Freundin bei einem Verlag arbeitet und mir letztens ein kleines Päckchen an verschiedenen Zeitschriften mitbrachte. Allerdings waren darunter nur eine „Freundin“ und sonst nur irgendwelche Foodzeitschriften. Mit unterschiedlichen Fleisch- (!!!! AAAAH!!!!!) gerichten. Ich hoffe diese Phase geht schnell vorbei. G. findet es witzig und ich ja irgendwie auch, aber wir wissen auch nicht was noch kommt. Saure Gurken mit Nutella schließe ich allerdings aus.

7 Kommentare

  1. Ach, irgendwie bin ich froh, dass ich auch hier zur Minderheit gehör(t)e. Ich habe während der gesamten Schwangerschaft ganz normal weitergegessen, aber natürlich auf gewisse Dinge verzichtet. Ich kannte keine Heißhungerattacken und hatte auch null Abneigungen. Meinem Mann blieb es erspart, zu später Stunde zur Tanke zu eilen, um noch irgendwas Saures oder Süßes zu besorgen. Also, alles kann, nichts muss :-). Weiterhin alles Gute.

    1. Glück gehabt. Ich denke aber auch viele der Geschichten sind sehr übertrieben oder die Frauen nutzen aus, dass sie einen nächtlichen Schokoladendienst von ihrem Mann bekommen. 😁

  2. Ich kann mich MiH nur anschließen. Extrem geruchsempfindlich war ich. Der Geruch von gekochten, gebratenen, pochierten Eiern ließ mich würgen. Im 6. Monat hatte ich einmal eine 4wöchige Feta-Phase. Das war’s. Dann kam das Sodbrennen (und hielt bis Ende der Schwangerschaft) und es war eine Herausforderung irgendetwas überhaupt mit Genuss zu essen. 🤪 Ach, und ich konnte es kaum erwarten, dass Signorino da war (also eh schon, aber auch kulinarisch), denn ich gierte nach Sushi mit rohem Lachs. Es war eine Qual an einem Sushi Restaurant vorbeizumarschieren, so sehr fehlte mir Sushi. 😄

    Aber deine Gier nach Boulevard Magazinen finde ich super! 😄

    1. Ich muss auch fast ausschließlich würgen und rulpsen. Hoffe das lässt irgendwann wieder nach. Schon etwas peinlich.
      Bei Sushi behelfe ich mich mit vegetarischem Sushi. Das geht zur Überbrückung ganz gut. 😉

      1. Später kommt noch pupsen dazu. Und das ist kein Witz! 😄
        Das habe ich mir damals verboten, als ich im Mami Forum las, dass alle Sushis mit dem gleichen Messer geschnitten werden. Heute wäre ich weiser und weniger ängstlich! 🤦🏻‍♀️

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