Notaufnahme.

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft.

Letzten Donnerstag plagten mich mal wieder Rückenschmerzen, die gegen Abend hin immer schlimmer wurden. Rückenschmerzen sind ja in einer Schwangerschaft nichts ungewöhnliches. Vor allem durch die vermehrte Hormonausschüttung von Relaxin und Progesteron, welche dafür sorgen, dass Bänder, Gelenke und Muskeln weicher werden und sich das Becken dehnt. In Kombination mit dem Gewicht des Babys können kleinste Verschiebungen zu Schmerzen führen.

Nun, meine Schmerzen, waren aber langsam nicht mehr auszuhalten. Ich drehte und wendete mich auf der Couch, lief im Vierfüßlerstand durch die Wohnung und wusste nicht was ich tun soll. Als G. langsam schlafen gehen wollte, kamen mir vor Schmerz die Tränen. Also rief er zunächst in der medizinischen Nothilfe an, um kurz darauf in der Notaufnahme des Krankenhauses zu landen.

Die meinten, wir sollen lieber vorbeikommen. Es könnten Übungswehen sein, die aber eigentlich nicht so schmerzhaft sind und sicherheitshalber, würden sie es sich lieber anschauen wollen. Gesagt getan. Draußen regnete es. Es war kalt. Und mir liefen die Tränen. „Bitte nicht schon wieder. Bitte lass es unserem Mini gut gehen.“ waren meine Gedanken. Unterwegs zum Krankenhaus, musste G. kurz anhalten, weil ich mich übergeben musste.

Notaufnahme und Kreißsaal.

In der Notaufnahme teilte uns die Schwester, die aussah wie eine Modepuppe (glattes, exakt geschnittenes, blondiertes Haar, künstliche Wimpern und ein roter Mund, als erwartete sie nachts um 23.30Uhr ihren Traummann in der Notaufnahme), dass G. draußen warten musste. Im Regen.

Der Coronatest im Rachen war natürlich obligatorisch. Das Warten auf einen Arzt wohl auch. Ich war nur froh, dass ich nicht blutete oder mich noch einmal übergeben musste, sondern „nur“ unerträgliche Schmerzen hatte.

Endlich wurde ich zur Ärztin geführt und durfte direkt in den Kreißsaal, bzw. in ein kleines Arztzimmer daneben. Nebenan hörte ich, wie eine Dame gerade unter Geburtsschmerzen litt und ich bedauerte sie einerseits, andererseits beneidete ich sie. Sie bekam gerade ihr Baby. Ihr Mini.

Die Ärztin war sehr freundlich, hörte sich an wo und was mit weh tat und machte direkt einen Ultraschall. Als erstes sah ich das Herzchen schlagen und ein Stein fiel mir vom Herzen. Dann sah ich wie das Mini sein Geschlechtsteil unübersehbar präsentierte. Die Ärztin lachte. „Wer hat, der kann.“ scherzte sie. Sie nahm sich viel Zeit, konnte nichts Auffälliges feststellen, aber meine Schmerzen blieben. Ich sollte zum CTG. Das CTG (Kardiotokografie oder Wehenschreiber) ist ein Gerät, mit dem man gleichzeitig die Herzfrequenz des Babys im Bauch und die Wehentätigkeit aufzeichnen kann. Daraus lassen sich Rückschlüsse über den gesundheitlichen Zustand des Babys ziehen. Ich lag da und lauschte den Wehen der Dame im Raum neben mir. Bisher war ihr Baby nicht da. Nach 30 Minuten sagte man mir, dass alles in Ordnung wäre. Ich war erleichtert und dennoch angsterfüllt.

Nun war ich also endlich dran. Gebärmutter, Magen, Galle, Niere. Aaaah…Moment. Auffälligkeiten. Harnwegsinfektion. Leichter Nierenstau. Abgehende Nierensteine. Schmerzhaft. Und nicht gerade ungefährlich während einer Schwangerschaft. Ich bekam Schmerzmittel. Sollte die Nacht dableiben. Ich konnte G. gerade noch kurz anrufen, der immer noch draußen im Regen stand, bevor ich direkt auf die Station gebracht wurde.

Schlafen konnte ich in der Nacht kaum. Es war meine erste Nacht in einem Krankenhaus. Aber ich war nicht allein. Das Mini war ja bei mir und strampelte vergnügt in meinem Bauch.

17 Kommentare

  1. Das muss ein riesen Schreck für euch beide gewesen sein, aber schön, dass es dir jetzt schon wieder besser geht.
    Solange es eurem Mini gut geht ist es euch wahrscheinlich auch ziemlich egal, ob jemand im Regen steht, Schmerzen hat oder einige Zeit im Krankenhaus verbringen muss. Trotzdem wünsche ich euch, dass ihr die restliche Schwangerschaft weitestgehend davon verschont bleibt 🙂

  2. Ich freue mich sehr das es eurem Mini gut geht. Das ist das wichtigste. Gute Besserung, wünsch ich dir.
    Liebe Grüße 🌹

  3. Alles alles Gute, auch das stehst Du durch! Meine Freundin hatte auch sowas, ebenfalls Notaufnahme und dann waren es auch ein Nierenstau oder sowas. Unendlich schmerzhaft. Jetzt hat der Junge Abitur :). Alles wird gut, auch das stehst Du durch, Ihr seid kurz vor dem Ziel!

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