Die letzte Spritze.

Vielleicht erinnert Ihr Euch. Im Frühjahr 2019 war ich, aufgrund der mittlerweile zweiten Fehlgeburt, beim Hämatologen, der mein Blut untersuchen sollte. Es wurde eine Gerinnungsstörung (Prothrombin-Mutation) festgestellt. Die Prothrombin-Mutation ist ein angeborener Gendefekt, bei dem es zu erhöhten Blutspiegeln von Gerinnungsfaktor II („Prothrombin“) kommt. Die Folge ist ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Venenthrombosen („Thrombophilie“).

Mir wurde das Medikament Clexane verschrieben. Eine blutverdünnende Spritze, die ich seit dem jeden Abend spritzen musste. Seit April 2019, jeden Abend eine Spritze. In den Bauch, in den Oberschenkel, rechts, links, oben, unten. Jeden Tag. Das sind bis heute ca. 34 Monate, also 136 Wochen, also 952 Tage. Das heißt fast 1000 Spritzen. Könnt Ihr Euch vorstellen wie viel Müll das ist? Könnt Ihr Euch vorstellen wie schmerzhaft, wie viele blaue Flecke das sind?

Bis sechs Wochen nach Geburt sollte ich weiterspritzen. Gestern waren diese um. Das letzte Mal die abendliche Routine. Bauchfalte nehmen, desinfizieren, Verschlusskappe abziehen, Zähne zusammenbeißen und einstechen und langsam abdrücken.

Nein, das werde ich sicher nicht vermissen. Dennoch bin ich froh dass die Gerinnungsstörung bei mir entdeckt und behandelt wurde. Da noch drei Fehlgeburten folgten, war es sicher nicht der Grund für meine vielen Fehlgeburten aber sicherlich ein Teil des Puzzles.

Falls Ihr Fragen dazu habt, schreibt mir gern.

Werbung

4 Kommentare

  1. Liebe Jiuliena, da fühl ich mich ganz klein mit meinem Gejammer über die MTX-Spritzen 😉 Denn die muss ich mir nur einmal pro Woche setzen und kann mich noch sehr gut an die allererste erinnern. Nie niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass ausgerechnet ich, der größte Spritzenschisser von allen, mir selber eine durch den Bauchspeck drücken könnte.
    Aber natürlich geht das – denn wenn man muss, dann muss man.
    Dass ich mir die aber allerdings irgendwann auch mal freiwillig selber ins Bein spritzen würde, hätte ich allerdings noch weniger geglaubt. Aber soooviel Bauch hab ich ja nun auch nicht, und wenn sich dann da munter blaue Flecken verteilen, muss man eben auf die Beine ausweichen, bis der Bauch verheilt ist. Und so geht es bei mir ringsrum. Leider vermutlich für den Rest meines Lebens. Aber solange es hilft… 😉

    1. Man wächst mit seinen Aufgaben heisst es immer so schön.
      Erst hat man Angst vor einer Impfung und merkt danach dass es gar nicht so schlimm war. Dann sind es die Spritzen einmal in der Woche und wenn es sein muss macht man es dann jeden Tag. Man weiß ja wofür. Bei mir kam dann noch das Insulin aufgrund der Schwangerschaftsdiabetes hinzu… das war am Ende schon nervig und echt viel. Aber es musste eben sein. Umso erleichteter bin ich jetzt endlich spritzenfrei zu sein. Und bei Dir ist es für immer. Ich glaube das ist deutlich schlimmer. 🌹

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s