Minis erste Hochzeit.

Wahrscheinlich habt ihr es nicht bemerkt, aber letzten Freitag gab es nicht wie gewohnt ein Update von mir.

Wir waren alle drei auf einer Hochzeit eingeladen. G., der Minimann und ich. Das erste Mal mit Mini übers lange Wochenende weg. Eine längere Autofahrt, schlafen und essen im Hotel und das erste Mal eine Trauung miterleben, bei der man selbst eines der nervigen Elternteile ist, die ein Baby dabei haben und immer zwischendurch rausgehen oder noch schlimmer das Baby immer brabbelt und schreit während der doch so emotionalen Traurede.

Challenge accepted.

Egal. Die Herausforderung war angenommen.

Am Freitagmorgen ging es los, auf die Autobahn Richtung Allgäu. Haben wir alles dabei? Windeln, Sabbertuch, Reisebettchen, Minis Lieblingskuschelavokado, Hochzeitsgeschenk, Bettwäsche (für die Übernachtung in einer Hütte), genug Snacks damit die Mama (ich bin gemeint) nicht sauer wird, wenn es nicht gleich (muss dann schnell gehen) etwas zu essen gibt, Kinderwagen, Trage, Stilllicht usw.

Kleid. Welches Kleid?

Ah und ein Still BH. Der muss unters Kleid. Kleid, welches Kleid? Stillend auf ne Winterhochzeit zu gehen, macht die Kleiderauswahl nicht gerade leicht. Man kann es ja schließlich nicht von unten hochziehen zum Stillen. Bleibt also nur die Möglichkeit eines Wickel- oder Blusenkleides oder einer Rock-Oberteil-Kombination.

Zalando (Achtung: Werbung) erwies sich auch hier wieder als zuverlässiger Kleiderdealer. Gerade noch rechtzeitig kam mein neues Kleid an und passte mir. Größe 36 sogar! Meine Schwangerschaftskilos gehören damit offiziell der Vergangenheit an, aber zugegebenermaßen waren auch nie viele da. Nicht zuletzt aufgrund meiner Schwangerschaftsdiabetis.

Pünktlich.

Wir schafften es pünktlich zur Trauung. Das möchte ich unbedingt hervorheben, denn vielleicht ist Euch schon mal aufgefallen, dass die meisten kleinen Familien ständig unpünktlich sind. „Hat noch geschlafen.“, „Wollte sich nicht anziehen.“, „Musste noch stillen.“ hört man da oft als Entschuldigung.

Wir jedenfalls waren pünktlich am Standesamt. Also 10 Minuten bevor es los ging. Nur um dann zu erfahren, dass aufgrund der Coronamaßnahmen nur die engste Familie an der Trauung teilhaben konnte. Mist. Ich hatte mich schon ein wenig auf dieses emotionale Ereignis gefreut. Egal. Einen Tag später sollte es ja noch eine freie Trauung auf der Hütte geben. Und ja, Corona. Verständlich. Es ist ja nicht einfach weg, auch wenn wir jetzt alle so tun als ob es Corona nicht mehr gibt. Masken werden weggelassen, die Clubs haben wieder offen, wir können Feste feiern, ja sogar Hochzeiten im Allgäu mit 80-100 Personen sind wieder möglich. Wir hatten uns bisher nicht angesteckt, wir würden es auch nicht an diesem Wochenende tun.

Dachten wir.

Mini schien das Warten vorm Standesamt nichts auszumachen. Also quatschten wir mit ein paar Gästen und warteten gespannt auf das Brautpaar. Nach nur 20 Minuten kam eine weitere Familie dazu und entschuldigten sich mit „Sie wollte sich nicht anziehen.“ für ihr Verspätung. Ich schaute zu der kleinen Dame rüber. Sie hatte eindeutig ein Elsa – Eisprinzessinnen Kostüm an. Die Eltern sahen verlegen weg.

Nach 30 Minuten Warten wurde Mini nun doch unruhig in der Trage und begann pünktlich zu schreien als nach 40 Minuten das Brautpaar aus dem Standesamt trat. Also gratulierte ich so schnell wie möglich und setzte mich ein wenig weiter weg links von den Mülltonnen auf eine kleine Mauer und gab ihm was er verlangte. Meine Brüste.

Der Nachmittag fand später auf einer Sonnenterrasse in den Bergen statt. Die Location war traumhaft. Die Sonne brannte. Der Sekt wurde gereicht und ich hätte mir in dem Moment nichts schöneres vorstellen können als da gemütlich in der Sonne mir Einen anzutrinken. Das taten dann auch alle, außer ich und die Mutter von Elsa, der Eisprinzessin.

Party mit Mini.

Am Abend gab es Schnipo. Schnitzel mit Pommes. Mini fand den Saal mit den vielen vielen Leuten und den schreienden Kindern aber nicht so cool. Also aß ich allein mit ihm im Raum nebenan.

Um 8 brachte ich ihn schlafen. Leider reichte das Babyfon nur bis zum Flur VOR dem Saal, wo die Party statt fand, nicht IN den Saal. Aber auch das war egal. Um 21.30Uhr fielen mir eh die Augen zu und ich verabschiedete mich vom Brautpaar. G. blieb.

Um 3 wurde ich wach. Mini wollte trinken. G. tat es wahrscheinlich auch noch, denn er lag immer noch nicht neben mir. Erst gegen 5 stolperte er ins Zimmer, genau als Mini die andere Brustseite forderte. Noch in Klamotten legte er sich müde (und strunzdicht) neben uns und begann zu schnarchen. Er bekam 2 Stunden, dann war Mini wach und wollte spielen.

Der nächste Tag war voll mit schönen Programmpunkten, die an G. nur so vorbeischossen: gemeinsames Frühstück, eine kleine Wanderung um mit dem Brautpaar auf dem Gipfel anzustoßen, das Anscheiden der Torte und natürlich die freie Trauung zu der ich egoistischer Weise ihm den Minimann in den Arm drückte und mich ein paar Meter weiter weg stellte um endlich die emotionalen Momente zu genießen, die ich mir schon am Tag davor gewünscht hatte. Als die Braut ihm ein Liebesgelöbnis gestand, kullerte dann doch ein Tränchen bei mir, bei der Braut und bei Mini. Ich nahm ihm G. ab und vertschüsste mich schnell, bevor mich die verständnislosen Blicke der Nicht-Eltern trafen. Ich kenne diesen Blick. Ich hatte ihn vor kurzem selbst noch drauf.

Am Abend hatte sich G. soweit erholt und setzte an für Runde zwei. Und ich? Ging ins Bett.

Der Sonntag war für G. dann erledigt. Ich fuhr unser Auto zurück während Mini und er selig schliefen.

Die Erkenntnis.

G. musste sich eingestehen, dass wir für zwei Partyabende hintereinander mittlerweile doch zu alt sind, denn den ganzen Sonntag verbrachte er abwechselnd im Bett oder vor dem Klo. Auch Montag und Dienstag wurde es nicht besser, sondern zu den Kopfschmerzen gesellten sich Gliederschmerzen, Husten und Schnupfen.

Am Mittwoch war es dann endlich so weit. Sein erster positiver Coronatest nach zwei Jahren. Und kurz darauf folgten auch Mini und ich.

So viel zu Hochzeitpartys in Corona Zeiten. Es war und bleibt ein Risiko. Und als kleiner Teaser: Nein, Corona ist nicht nur eine Grippe und für kleine Babys auch nicht lustig.

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5 Kommentare

  1. *lol* Viele Deja-Vues in deinen Schilderungen 😉 Im Ernst, Hochzeit mit Säugling find ich mutig! Aber keine Angst, Party-Motivation wird laufend sinken, weil man meistens eh viel zu erschöpft dafür ist 😉 Durchzechte Nächte gehen schon gar nicht mehr, weil man irgendwann keinen Alkohol mehr verträgt und die Tage danach mit Kind(ern) so anstrengend sind, dass man lieber freiwillig drauf verzichtet 😉

    Und wenn man das einmal ausnahmsweise ignoriert, endet die Nacht endet im Desaster 😉 Erst vor Kurzem: Papa geht für eine Nacht feiern, kommt erst sehr spät angetrunken nach Hause. Ich stopfe mir vorbeugend Ohropax in die Ohren (erhöhte Schnarchgefahr bei Alkoholkonsum), höre dadurch den 3jährigen nicht, der in der Nacht zu mir kommt und wahrscheinlich aufs Klo musste. Der Kleine macht es sich auf der Bettseite neben mir bequem, weil die ja frei ist. Ich wache später auf, weil das ganze Bett nass ist. Optimal, wenn man erst vor einer Woche die wasserfeste Unterlage entfernt, aber ganz neue Matratzen hat.

    Ich beginne, den schreienden Kleinen zu duschen, während ich google, wie man Urin aus Naturlatex bekommt. Woher bekomme ich nur um 3 Uhr Früh Natron? Vom Klo kommen eindeutige Geräusche. Der Kleine: „Ist der Papa krank?“ Der angetrunkene Papa sieht, wie ich mitten in der Nacht Bettzeug in die Waschmaschine stopfe und sieht mich mit erstaunten Augen erschrocken an: „War ich das?“ Der Kleine meint, er ist nicht mehr müde, er hat Hunger und will spielen. Mittlerweile ist es so laut, dass auch die Ältere aufwacht und zu zetern beginnt, warum es so laut ist…

    Aber später kann man darüber lachen. Und ist dankbar, dass die Kinder gesund sind und man in einem Land lebt, in dem es keinen Krieg gibt…

    PS: Gute Besserung!

  2. Oh neiiin, das ist ja echt ein Mist wie das Ganze für euch geendet ist.

    Den restlichen Bericht fand ich wahnsinnig amüsant zu lesen, ich liebe deinen Schreibstil (und habe ihn letzten Freitag übrigens auch vermisst 😉) und ich musste sehr oft nicken und schmunzeln.

    Genau Mittwoch hatte übrigens auch ich meinen ersten positiven Corona Test. Yay! 😓 Ich bin gerade so froh geimpft und geboostert zu sein. Keine Ahnung wie es mir sonst gehen würde und vor allem was für eine Angst ich um die Bauchbewohnerin hätte. Bisher sieht ja zum Glück alles danach aus, dass geimpfte Schwangere keine höheren Risiken bei den Kindern zu erwarten haben.
    Aber schwanger Corona zu haben macht trotzdem keinen Spaß.
    Mein Mann und meine große Tochter sind bisher noch negativ und wir hoffen sehr das bleibt so.
    Und ich versuche positiv zu denken und mir zu sagen, dass es kurz vor/zur/oder nach der Geburt mit Neugeborenem/Säugling sicherlich nochmal deutlich ätzender wäre.
    Und hoffe einfach auf schnelle Genesung…

    Die ich euch auch ganz schnell wünsche! Ganz schnelle gute Besserung euch dreien! 🍀

  3. Erstmal: gute Besserung und hoffentlich einen milden Verlauf!!!
    Dann: Respekt, dass ihr euch das getraut habt. Tatsächlich kann sowas natürlich super laufen oder eben eher so mittelmäßig bis anstrengend wie in eurem Fall… naja so oder so war es eine Erfahrung. Bei uns kam die Feierlust etwa nach 2 Jahren wieder, aber da war dann Corona 🤷‍♀️. Was aber definitiv stimmt: man überlegt sich jeden Absturz doppelt, den Kater und Kleinkind sind eine sehr anstrengende Kombination. Aber es gibt Momente, da lässt man die Vernunft außen vor und muss dann am kommenden Tag auch die Prinzipien zum Medienkonsum der Kids kurzzeitig über Bord werfen. 😉🤭

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