Manche wird man einfach nicht los.

Ich hatte ja bereits vor meiner Schwangerschaft berichtet, dass ich das Gefühl habe, dass Kinder Freundschaften verändern. Zumindest bei den Mamas. Und ich glaube die meisten stimmten mir zu. Nun bin ich selbst Mama und betrachte die Situation noch einmal aus einem anderen Blickwinkel. Meine Freunde sind mir immer noch sehr sehr wichtig, aber ja, die gemeinsame Zeit verändert sich.

Wellnesswochenende, Partyabende oder lange Wanderungen kann ich derzeit nicht mitmachen. Aber hey, ich bin immer noch da! Und Mini ist ein cooles Baby, der gern unterwegs ist und Freunde trifft. Trotzdem hat niemand Zeit für uns. „Die Arbeit, der Freund, der Urlaub, der Umbau, die Schwiegereltern…“ Wann hat das eigentlich angefangen? Und wann fängt es bei mir (endlich) an? Ein paar wenige Freunde sind geblieben, kommen uns regelmäßig besuchen oder wir besuchen sie, aber viele sehe ich gar nicht mehr oder nur noch einmal im halben Jahr.

Neue Freundinnen.

Deshalb brauchte ich neue Freundinnen. Seit Kurzem besuchen Mini und ich einen Mama-Baby-Kurs, wo ich direkt eine liebe Mutter aus der Nachbarschaft kennengelernt habe. Es hat sofort klick gemacht und wir treffen uns inzwischen regelmäßig auf lange Spaziergänge, zum Wandern mit den Minis oder einfach nur an zu langen Regentagen, wenn uns beiden die Decke auf den Kopf fällt.

Mein Geburtsvorbereitungskurs war, aufgrund der Pandemie, komplett online. Die anderen Schwangeren hab ich nur vor der Kamera auf meinem winzig kleinen Bildschirm kennengelernt. Es war schwer da mit jemanden in Kontakt zu treten. Eine schien mir aber irgendwie sympathisch und ich googelte ihren Namen (ist das schon Stalking?) Ich gelangte so auf ihren Facebook Account. Die Sympathie blieb weiter. Ich wog kurz ab, ob es peinlich wäre ihr zu schreiben, aber machte das dann einfach. C. freute sich riesig und noch in der Schwangerschaft, mit unseren großen Bäuchen, verabredeten wir uns. Auch wir treffen uns inzwischen regelmäßig.

Vermissen.

Den Austausch mit den beiden genieße ich sehr. Denn ein (erstes) Baby bringt viel Neues und viele Unsicherheiten mit sich. Daher kann ich es nur jedem empfehlen der gerne unter Menschen ist, auf Leute zuzugehen. Trotzdem vermisse ich die „alten“ Freundinnen sehr. Inzwischen vermisse ich meine Heimat, meine Studienfreunde, meine Eltern. Die wiederum vermissen mich und den Mini und ich vermisse G. viel mehr, wenn er mal wieder beruflich unterwegs ist. Ein riesiges Vermissen ist das. Und die Umstellung von weniger Zeit mit Freunden auf mehr Familienzeit ist für mich nicht leicht. Zum Glück gibt es immer ein paar, die wird man einfach nicht los. Und das ist wirklich gut so!

4 Kommentare

  1. Schön wieder von Euch zu lesen. Deinem Beitrag entnehme ich, dass Du es genau richtig machst. Diese ellenlangen Spaziergänge mit Babies und befreundeten Mamis sind Seelenbalsam. Und ja, mit Kind verändert sich Dein Zeitpensum total, sodass für die Freundschaftspflege einfach weniger bleibt. Desto mehr genießt man es dann, wenn es wirklich mal klappt. Ich habe mit Fünkchen hin und wieder versucht, Abendtermine (da hatten meine Freunde meist nur Zeit) wahrzunehmen, habe das meist aber immer bereut. Sobald sie größer sind geht das wieder.

  2. Ja, es fällt mir auch noch schwer sich von einer netten Runde um 10 ins Bett zu verabschieden, da sie ja eh schon so selten geworden sind. Aber ich stoße da ja voll auf Verständnis und wenn man sich einfach schon um 5 statt um 7 zum Abendessen verabredet, bleibt ja auch genug Zeit. Ich merke jedenfalls dass ich trotz Baby weiterhin viele Freunde treffen will, aber das leider nicht immer so möglich ist, weil manche in ihrem Alltag so gefangen sind.

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