Mutter sein

Guten Morgen!

Ja, guten Morgen! Ich weiß schon, wenn ihr diesen Text hier lest, ist es wahrscheinlich Mittag, Nachmittag, Abend oder sogar mitten in der Nacht. Bei mir ist es morgens, während ich diesen Text hier schreibe. Genauer gesagt ist schon seit 5 Stunden Morgen.

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Also bei uns war das damals anders.

Könnt Ihr Euch noch an meine ultimativen Tipps zum Thema Kinderwunsch erinnern? Ja, daraufhin wurde ich bereits vorgewarnt. Die ungefragten Tipps würden auch nach der Geburt nicht abnehmen, sondern womöglich noch schlimmer werden. Manchmal werden die Tipps auch als rhetorische Frage oder Vorwurf formuliert. Mein „Best of“ der letzten Wochen lest Ihr hier:

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Welcome to #Momlife.

Kindergeld, Elterngeld, Familiengeld.

Elternzeit, Geburtsurkunde, Einwohnermeldeamt, Kinderausweis, Kinderfreibetrag.

Hebamme, Kinderarzt, Kita, Baby Schwimmen, PREKip, Krabbelgruppe.

Bis wann muss ich was eigentlich beantragen? Wo nochmal genau muss ich mich melden? Und was hat noch Zeit?

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Wochenbettstation.

Endlich zu dritt.

Nachdem wir noch ein paar Minuten kuschelnd im Kreißsaal verbrachten, wurden wir auf Station gebracht. Ich bekam ein eigenes kleines Zimmer und G. durfte uns zunächst begleiten und bei uns sein. Über Nacht bleiben durfte er jedoch nicht. Da saßen wir nun. Endlich zu dritt. (mehr …)

Warum willst Du eigentlich Kinder?

Oder: Warum ich einen Wunsch nach Babyscheisse habe.

In meiner intensiven Kinderwunschzeit fragte mich WWW (die witzige Akupunkturlady Wendy Wendisch) irgendwann mal warum ich mir eigentlich Kinder wünsche. Ich konnte auf diese Frage nicht wie aus der Pistole geschossen DIE EINE Antwort geben und musste länger darüber nachdenken. Eine Frage die sich eigentlich alle Möchtegern Eltern einmal stellen sollten, denn nur weil alle anderen Kinder bekommen, muss man noch lange nicht selbst Leben in die Welt setzen.

Als ich noch Single war, hatte ich keinen intensiven Kinderwunsch. Ich wusste aber schon, dass ich es irgendwann mal wollte, aber der Wunsch nach einer stabilen Beziehung stand für mich damals immer im Vordergrund. Wenn man die 30 überschritten hat ist es sicher ganz normal, dass man sich so langsam mit dem Thema auseinandersetzt, denn dann bleiben einem als Frau noch ein paar Jahre um den Wunsch zu realisieren, bevor es vorbei ist oder nur noch auf anderem Wege klappt. Nun hatte ich das Glück G. noch rechtzeitig kennengelernt zu haben um mich langsam auf den Wunsch einzulassen. Der Wunsch nach einem Mini-Us ist nämlich über die Zeit gewachsen und war nicht immer gleich stark. Er wurde aber mit der Zeit immer stärker. Deswegen verlieren sich manche Frauen auch darin (und ich hab das auch schon ab und zu getan). Ein Kind ist kein Garant für Glück. Ich weiß natürlich dass es viel Arbeit macht und einen manchmal auch an seine Grenzen bringen kann.

Als mich WWW nun fragte warum ich mir eigentlich ein Kind wünschen würde, musste ich also kurz nachdenken, aber konnte es schließlich beantworten.

  1. Ich bin immer noch unglaublich verliebt in G. Ich wünsche mir einfach eine kleine Kopie von ihm um noch mehr von ihm zu bekommen. Meine Gene würde ich dann gern noch dazu mischen. Natürlich nur die guten. Das Unterschichten TV Gen würde unser Mini natürlich nicht vererbt bekommen.
  2. Ich möchte wissen wie sich diese Art von Liebe anfühlt und wie es ist komplette Verantwortung für mehr als für mich übernehmen zu müssen.
  3. Ich möchte die Welt gern mit neuen Augen sehen. Mit denen einer Mutter, aber auch durch die Augen meines Kindes. Ich möchte meinem Kind die Welt zeigen und dabei Kleinigkeiten neu entdecken. Das erste Wort sprechen, raschelndes Herbstlaub, Plätzchen backen, sich (wieder) auf Weihnachten freuen, das erste Mal Schnee sehen, auf Bäume klettern, Pusteblumen, die frühe Morgensonne begrüßen, laufen lernen, Kinderlieder singen, Märchen erzählen und zu Oma und Opa fahren.
  4. Ich möchte einen tieferen Sinn in meinem Dasein sehen. Leider habe ich noch kein Wundermittel gegen Corona oder Krebs entdeckt. Habe noch nicht den Klimawandel aufgehalten oder Frieden in Afghanistan oder Syrien schließen können. Ja, ich gebe zu. Diese Ziele sind hoch gesteckt, aber es macht mich irgendwie traurig, dass ich mit meinem Dasein noch nichts Sinnvolles bewirken konnte. Vielleicht habe ich den falschen Job. Ja, vielleicht. Einen Sinn kann man seinem Leben auf jeden Fall auch auf andere Weise geben. Aber Ihr könnt nicht abstreiten, dass Kinder einem Leben einen anderen Drive geben.
  5. Ich möchte G. gern in der Vaterrolle kennenlernen. Er ist manchmal so süß, wenn bei uns Kinder zu Besuch sind, dass mein Herz Luftsprünge macht. Und natürlich möchte ich ihm auch diesen Herzenswunsch erfüllen Vater zu werden.

Natürlich gibt es noch viele viele weitere Gründe, die ich hier nicht alle aufschreiben will. Übrigens habe ich nachdem ich meine Gründe hier aufgeschrieben habe einmal gegoogelt und wollte wissen warum sich andere Frauen Kinder wünschen. Interessanter Weise gibt es inzwischen viel mehr Artikel darüber warum manche Frauen keinen Kinderwunsch verspüren, als über den Kinderwunsch an sich. Anscheinend ist ersteres erklärungsbedürftiger und ein Kinderwunsch ist biologisch vorgesehen und dadurch akzeptierter. Das fühlt sich für mich, obwohl ich einen Kinderwunsch habe, komisch an. Denn wenn es akzeptierter in der Gesellschaft wäre keinen zu haben, würde ich auch nicht ständig danach gefragt werden. Ich hoffe für mich und für die vielen kinderlosen Paare, ob gewollt oder ungewollt, dass sich das bald ändert. Ich glaube es wäre gut, wenn Gynäkologen diese Frage ihren Patientinnen einmal stellen würden. „Warum wünschen Sie sich ein Kind?“ Einfach damit man einmal darüber nachdenkt, bevor der Wunsch einen selbst zerreißt.