Ödem

Das Hier und Jetzt

Ende September kehrte ich von meiner kleinen (fast) einsamen Insel zurück. Ich kam mir mal wieder vor wie in einem Mensch ärgere Dich nicht – Spiel. „Hey Kopf hoch. Beim  nächsten Mal klappt es bestimmt.“ „Sei nicht traurig. Du hast doch trotzdem ganz viel Glück. Du hast G., einen festen Job und kannst Dir schöne Urlaube leisten.“ Dieses Mal war ich nicht gleich direkt nach dem Start aus dem Spiel geworfen wurden. Immerhin schaffte ich es ja in die 9. Woche und hatte den Herzschlag gesehen. Aber das nützt natürlich auch nichts, wenn man dann doch wieder aus dem Spiel geschmissen wird und wieder zurück in die Startposition muss. Ich gehöre sicherlich zu den Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen. Ich höre nicht auf zu hoffen, dass es doch irgendwann noch klappen könnte, aber mit Ende 30 und vier Fehlgeburten (bzw. fünf wenn man die biochemische Schwangerschaft mitzählt) sinken meine Chancen und auch meine Hoffnung auf ein kleines Wunder leider auch. Es dauerte über acht Wochen bis ich meinen Zyklus wieder zurück hatte. Weihnachten 2020 stand vor der Tür. Wieder ein Lockdown. Wieder kam ein Baby im Freundeskreis zur Welt und wieder eröffnete mir eine weitere Freundin dass sie schwanger wäre. Warum ist das bei anderen eigentlich so einfach? Kurz vor dem Fest erhielt ich einen Anruf aus der Klinik. Sie hatten das Gewebe nach der letzten OP untersucht und dieses Mal wurde ein Grund für den Abort festgestellt. Er nannte sich Trisomie acht. (mehr …)

Einfach weg?!

Warten und Hoffen. So endete mein letzter Artikel. Warten und Hoffen. Die ganze lange Zeit immer und immer wieder. Ich war an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr konnte. Ich wartete und hoffte bereits seit 3,5 Jahren auf dieses kleine Wunder. In meinem Freundeskreis fühlte ich mich abgehängt. Eine Freundin eröffnete mir dass sie schwanger wäre. Es hätte „nicht gleich“ geklappt, sondern sieben Monate gedauert. Ich versuchte den Gedanken zu verdrängen, dass sie noch nicht mal mit dem zukünftigen Vater ihres Kindes zusammen war, als ich schon die erste Fehlgeburt hatte und was für einen langen Bart mein Kinderwunsch im Vergleich zu ihrem hatte. Ich war neidisch. Ich war neidisch darauf dass sie aus meiner Sicht „nur“ sieben Monate warten musste. Ich war aber auch neidisch, dass sie schwanger wurde und alles gut aussah und sie einfach eine normale Schwangerschaft durchlebte.

Ich musste im September 2020 wieder in die Kinderwunschklinik. Ich saß zitternd im Wartezimmer und hatte Angst, was jetzt wohl kommen würde. War das Ödem noch da? War es gewachsen? War unser Mini gesund? (mehr …)

Hydrops fetalis

Beim letzten Besuch in der Kinderwunschklinik hatte ich tatsächlich das erste Mal den Herzschlag unseres Minis gesehen. Ich verspürte eine unendliche Erleichterung. Trotzdem wollte meine Ärztin mich noch nicht ganz entlassen. Normaler Weise wechselt man in einer zustande gekommenen Schwangerschaft von der Kinderwunschklinik dann wieder zum niedergelassenen Frauenarzt, der die Schwangerschaft dann ganz normal weiterbetreut. Das heißt auch, dass man nicht mehr jede Woche zum Ultraschall darf, sondern nur zu den Terminen, die die Krankenkasse regulär vorsieht und übernimmt. Aufgrund der vorangegangenen Fehlgeburten wollte sich meine Ärztin aber ganz sicher sein, dass alles passt. Einen Mutterpass hatte sie mir daher noch nicht ausgestellt.

Eine Woche war seit dem letzten Besuch bei ihr vergangen und ich inzwischen bei ca. 7+4 (Die Schwangerschaft war 7 Wochen und 4 Tage alt). Ich war aufgeregt und freute mich das Mini zu sehen. Als wir zusammen auf den Bildschirm schauten, war der Herzschlag dieses Mal nicht so einfach zu erkennen. Sie musste etwas länger suchen bis sie ihn fand, aber er war da. Trotzdem machte sie kein glückliches Gesicht. „Was ist los?“ wollte ich wissen. (mehr …)