schwanger

Warum willst Du eigentlich Kinder?

Oder: Warum ich einen Wunsch nach Babyscheisse habe.

In meiner intensiven Kinderwunschzeit fragte mich WWW (die witzige Akupunkturlady Wendy Wendisch) irgendwann mal warum ich mir eigentlich Kinder wünsche. Ich konnte auf diese Frage nicht wie aus der Pistole geschossen DIE EINE Antwort geben und musste länger darüber nachdenken. Eine Frage die sich eigentlich alle Möchtegern Eltern einmal stellen sollten, denn nur weil alle anderen Kinder bekommen, muss man noch lange nicht selbst Leben in die Welt setzen.

Als ich noch Single war, hatte ich keinen intensiven Kinderwunsch. Ich wusste aber schon, dass ich es irgendwann mal wollte, aber der Wunsch nach einer stabilen Beziehung stand für mich damals immer im Vordergrund. Wenn man die 30 überschritten hat ist es sicher ganz normal, dass man sich so langsam mit dem Thema auseinandersetzt, denn dann bleiben einem als Frau noch ein paar Jahre um den Wunsch zu realisieren, bevor es vorbei ist oder nur noch auf anderem Wege klappt. Nun hatte ich das Glück G. noch rechtzeitig kennengelernt zu haben um mich langsam auf den Wunsch einzulassen. Der Wunsch nach einem Mini-Us ist nämlich über die Zeit gewachsen und war nicht immer gleich stark. Er wurde aber mit der Zeit immer stärker. Deswegen verlieren sich manche Frauen auch darin (und ich hab das auch schon ab und zu getan). Ein Kind ist kein Garant für Glück. Ich weiß natürlich dass es viel Arbeit macht und einen manchmal auch an seine Grenzen bringen kann.

Als mich WWW nun fragte warum ich mir eigentlich ein Kind wünschen würde, musste ich also kurz nachdenken, aber konnte es schließlich beantworten.

  1. Ich bin immer noch unglaublich verliebt in G. Ich wünsche mir einfach eine kleine Kopie von ihm um noch mehr von ihm zu bekommen. Meine Gene würde ich dann gern noch dazu mischen. Natürlich nur die guten. Das Unterschichten TV Gen würde unser Mini natürlich nicht vererbt bekommen.
  2. Ich möchte wissen wie sich diese Art von Liebe anfühlt und wie es ist komplette Verantwortung für mehr als für mich übernehmen zu müssen.
  3. Ich möchte die Welt gern mit neuen Augen sehen. Mit denen einer Mutter, aber auch durch die Augen meines Kindes. Ich möchte meinem Kind die Welt zeigen und dabei Kleinigkeiten neu entdecken. Das erste Wort sprechen, raschelndes Herbstlaub, Plätzchen backen, sich (wieder) auf Weihnachten freuen, das erste Mal Schnee sehen, auf Bäume klettern, Pusteblumen, die frühe Morgensonne begrüßen, laufen lernen, Kinderlieder singen, Märchen erzählen und zu Oma und Opa fahren.
  4. Ich möchte einen tieferen Sinn in meinem Dasein sehen. Leider habe ich noch kein Wundermittel gegen Corona oder Krebs entdeckt. Habe noch nicht den Klimawandel aufgehalten oder Frieden in Afghanistan oder Syrien schließen können. Ja, ich gebe zu. Diese Ziele sind hoch gesteckt, aber es macht mich irgendwie traurig, dass ich mit meinem Dasein noch nichts Sinnvolles bewirken konnte. Vielleicht habe ich den falschen Job. Ja, vielleicht. Einen Sinn kann man seinem Leben auf jeden Fall auch auf andere Weise geben. Aber Ihr könnt nicht abstreiten, dass Kinder einem Leben einen anderen Drive geben.
  5. Ich möchte G. gern in der Vaterrolle kennenlernen. Er ist manchmal so süß, wenn bei uns Kinder zu Besuch sind, dass mein Herz Luftsprünge macht. Und natürlich möchte ich ihm auch diesen Herzenswunsch erfüllen Vater zu werden.

Natürlich gibt es noch viele viele weitere Gründe, die ich hier nicht alle aufschreiben will. Übrigens habe ich nachdem ich meine Gründe hier aufgeschrieben habe einmal gegoogelt und wollte wissen warum sich andere Frauen Kinder wünschen. Interessanter Weise gibt es inzwischen viel mehr Artikel darüber warum manche Frauen keinen Kinderwunsch verspüren, als über den Kinderwunsch an sich. Anscheinend ist ersteres erklärungsbedürftiger und ein Kinderwunsch ist biologisch vorgesehen und dadurch akzeptierter. Das fühlt sich für mich, obwohl ich einen Kinderwunsch habe, komisch an. Denn wenn es akzeptierter in der Gesellschaft wäre keinen zu haben, würde ich auch nicht ständig danach gefragt werden. Ich hoffe für mich und für die vielen kinderlosen Paare, ob gewollt oder ungewollt, dass sich das bald ändert. Ich glaube es wäre gut, wenn Gynäkologen diese Frage ihren Patientinnen einmal stellen würden. „Warum wünschen Sie sich ein Kind?“ Einfach damit man einmal darüber nachdenkt, bevor der Wunsch einen selbst zerreißt.

Herzschlag

Kurz nach der Hochzeit standen zwei wichtige Termine an. Zuerst die Beerdigung von Gs Oma und dann der Termin bei Frau Dr. Pille um zu sehen, ob sich unser Mini richtig entwickelte. Ein weiterer Meilenstein war in Sicht: Würde man einen Herzschlag sehen? Bei meinen vorherigen Schwangerschaften war dies immer der kritische Zeitpunkt gewesen. Dieses Mal aber war ich zuversichtlich. Ich nahm Progesteron zu mir, spritzte täglich Clexane für die Blutverdünnung und dazu noch alle vier Tage Granocyte aufgrund der Ergebnisse der Immunologieuntersuchung. Auch wenn das mein Bankkonto schwer belastete, gab es mir doch eine gewisse Sicherheit, dass dieses Mal alles gut gehen würde. (mehr …)

Corona?

Freitag der 13.

Irgendwann waren die letzten fünf langen Tage voller Warten, Hoffnung, Zweifel, Ängsten und Träumen endlich um. Es war Freitag der 13. im März 2020 als ich wieder zur Kinderwunschklinik fuhr. Ich sagte mir immer wieder dass dieser verregnete Freitag der beste in meinem Leben würde, denn die Ärztin würde mir auf jeden Fall sagen, dass es dem Mini gut geht und das Herzchen fleißig schlägt. Und dann würde ich einen Tag später mit einer Freundin in den Yoga Urlaub starten und würde einfach nur eine Woche dauergrinsen. (mehr …)

Wenn Freundinnen Mamas werden…

Seit letztem Wochenende bin ich bei Ella, einer Freundin die ich vor mehr als 10 Jahren bei einem gemeinsamen Praktikum kennengelernt habe. Wir haben uns gleich an unserem ersten Tag kennen (und lieben) gelernt. Manchmal trifft man im Leben so Personen, die man auf Anhieb sehr mag. Wir waren beide Single, sind zusammen um die Häuser gezogen, haben uns unsere Lebensgeschichten erzählt, saßen mit Picknick in der Sonne und haben einfach unsere gemeinsame Zeit unwahrscheinlich genossen. Auch nach dem Praktikum sind wir trotz unterschiedlicher Wohnorte in engen Kontakt geblieben. Wir feierten Silvester zusammen, fuhren zusammen in den Urlaub, besuchten uns und unterstützten uns gegenseitig bei der ersten Job- und Männersuche nach dem Studium. Auch als wir beide in Beziehungen steckten blieb zwischen uns alles beim Alten, was nicht selbstverständlich ist. Denn viele meiner Freundinnen veränderten sich in Beziehungen und damit auch unsere Freundschaften. (mehr …)