Anekdoten aus der Kinderwunschzeit

Man erlebt so einiges, wenn man einen Kinderwunsch hat und sich viel bei Ärzten aufhält. Ein paar kurze und witzige Geschichtchen werde ich hier demnächst preisgeben. Anfangen möchte ich mit der kurzen Geschichte zu Herrn Sperma.

Herr Sperma

Am Empfangstresen in der Kinderwunschzeit steht ein schmächtiger, ziemlich jung aussehender Typ vor mir: „Guten Tag! Ich würde gern mein Sperma abgeben.“ Die Schwester mustert ihn von oben bis unten und fragt sich vielleicht kurz, ob wir zusammengehören. Ich trete einen Schritt zurück, damit das schon mal klargestellt ist. Dann antwortet sie „Selbstverständlich. Ihr Name?“ „Sperma“ Hat der gerade wirklich „Sperma“ gesagt? denke ich. Die Schwester reißt die Augen auf. „Wiieeeee?“ quäkt sie in einem schrillen Ton. „Sperling“ wiederholt er und wird puterrot dabei. Und mir fällt ein Stein vom Herzen, dass er nicht Sperma heißt. „Haben Sie Ihr Sperma dabei oder müssen sie noch abgeben?“ fragt die Schwester weiter. „Ich…äh…muss…noch“ stammelt Herr Sperling. Die Schwester reicht ihm den Becher und erklärt ihm den Weg zum „Darkroom“. „Vielen Dank. Bis gleich. Ich bringe Ihnen den Becher gleich wieder“ Puh, hört sich für mich an, wie ein Verkaufsgespräch im Supermarkt. Die Schwester erklärt, dass er sich Zeit nehmen soll und Herr Sperling verschwindet Richtung Darkroom.

 Ich hatte da vor ein paar Wochen mal einen Blick reingeworfen, als ich bei der Blutabnahme war. Schlimm. Ich kann verstehen, wenn ein Mann es dort nicht schafft in Stimmung zu kommen. Kein Fenster, roter Teppich und eine rote Couch. Ein schwarzweißes Foto mit einer nackten Frau (ohne Kopf) hängt künstlerisch wertvoll über der roten Couch. Gegenüber steht ein Fernseher. Wahrscheinlich liegt darunter eine DVD Sammlung der schlimmsten Pornos aus den 90ern. „Hairy Popper und die Kammer des Schleckens“ oder „In Diana Jones“ oder „Ficki und die starken Schwängel“. Na ja, ihr wisst was ich meine. „Armer Herr Sperling“ denke ich mir noch, bevor ich endlich dran bin und zu Frau Dr. Pille ins Wartezimmer gerufen werde.

3 Kommentare

  1. Ich glaub , Männer können sich auf alles mögliche erleichtern. Visuelle Reize reichen eigentlich schon. In Stimmung kommen…total unnötig. 😂

  2. Der Arme! Ich fand immer, dass die Männer in der ganzen Kinderwunschsache etwas vernachlässigt werden. Dieses „Auf Knopfdruck“ ist in der Tat echt eine Belastung.

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