Autor: Jiuliena

Ich mag grüne Wiesen, Ironie, ein gutes Steak, Rucksackreisen durch Asien, Wortwitze, Latte macchiato, wellnessen, lachen, meine Freunde, Mode, flirten, snowboarden, Schokolade, das Meer, schreiben, Gin Tonic, Mädelswochenende, picknicken in der Sonne, Weihnachtsmärkte, Frühstück mit Rührei, die Isar, schlafen, Musik, How I met your mother, lesen in der Badewanne, knutschen und fotografieren.

Die magische Zeit.

Eine Schwangerschaft ist etwas Wunderbares, Einzigartiges und wird nicht umsonst „Wunder der Natur“ genannt. Besonders die letzten Wochen der Schwangerschaft sind einfach nur magisch und vergehen wie im Flug. Ich wache früh um sechs auf, weil ich nicht mehr schlafen kann. Der Kleine Mann macht Morgengymnastik. In. Meinem. Bauch. Außerdem ist der Versuch im Sitzen zu schlafen, um das Sodbrennen zu vermeiden, mal wieder gescheitert.

Ich bin genervt und richte mich auf. Mini gibt kurz Ruhe und freut sich wahrscheinlich dass ich wach bin. G. schläft seelenruhig weiter. Also stehe ich auf und schlürfe ins Bad. Dabei stolpere ich über einen der Drölfmillionen Pappkartons in unserer Wohnung und bin genervt. Fast täglich klingelt der freundliche DHL Mann nun um uns irgendein (Baby-)Paket zu überreichen, in dem sich Windeleimer, Spieluhr oder ein Fußsack befinden. Die Kartons stehen leer in unserer Wohnung, aber aufgrund der jüngsten Ausdehnung meines Bauches nehme ich sie nicht mehr oder kaum noch wahr und stolpere gern mal drüber.

Ich habe Hunger aber bin zu faul mir Frühstück zu zubereiten und mein Chef de Cuisine, G., liegt ja noch im Bett. Mist. Direkt setzt mein Sodbrennen wieder ein. Ich brauche dringend Frühstück. Genervt öffne ich die Kühlschanktür und mir fällt eine offene Milchpackung entgegen. Sie landet außerhalb meines Schwangerenorbits in einer mir unbekannten Welt: dem Fußboden. Am Rande nehme ich wahr wie sich die weiße Flüssigkeit ausbreitet, aber meine Reaktionsfähigkeit lässt zu Wünschen übrig. Bücken und Wegwischen wäre jetzt gerade zu anstrengend. Das schaffe ich nicht. Gierig blicke ich auf das Nudossiglas, aber mein Diabetes sagt „Nein!“ Leider ist das Glas das einzige Lebensmittel was für mich erreichbar ist, also schnapp ich es mir. Es ist einfach stärker als ich. Dann gibt es heute eben eine Extraladung Insulin.

Diese Aktion war alles in allem schon sehr anstrengend. Schnell auf die Couch und Füße wieder hochlegen. Auf der Couch stelle ich dann leider fest, dass ich weder Brot noch einen Löffel für die Schokocreme mitgenommen habe. Wieder aufstehen? Unmöglich! Egal! Ich komme noch ziemlich gut mit meinen Fingern an die leckere Substanz. Während ich so mit dem Nudosi auf der Couch liege, scrolle ich durch Instagram und entdecke die hunderste Story einer Mama-Influenzerin, die sich mit ihrer Topfigur und ihrem neuen Freund am Strand von Mauritius räkelt. Ich muss laut niesen und ja – was soll ich sagen: Wenn ich lache, huste oder niese, muss ich mir immer ein bisschen in die Unterhose pinkeln. Danke Östrogen und Progesteron, dass ihr die Muskeln meines Beckens dehnt und weicher werden lasst. Außerdem ist mein Handydisplay nun Rotz- und Nudossiverschmiert.

Ich stehe von der Couch auf und das sieht alles andere als elegant aus. Eher wie ein ziemlich dicker Käfer, der es nur mit Mühe und nach einiger Zeit ohne Hilfe schafft sich aufzurichten. Ich versuche mir etwas anzuziehen. Schließlich habe ich gleich noch einen Termin bei der Hebamme. Gern würde ich mal wieder eine coole Klamotte aus meinem Schrank ziehen, aber eigentlich passen mir nur noch ungefähr 2 Leggings und 2 Shirts, die ich immer im Wechsel anziehe. Beim Versuch mir die Socken überzuziehen, kippe ich um wie eine umgeworfene Kuh. Nur mit viel Anstrengung schaffe ich es aus meinen restlichen Schlafsachen. Schnürsenkel zumachen ist schon seit einigen Wochen die größere Herausforderung als der Klimawandel. Ich hab mir daher ein paar stilsichere Chelseaboots gekauft, die man einfach nur hochziehen muss. Aber auch das ist nicht wirklich einfach. Ich bewege mich im Schneckentempo aus dem Haus und brauche für den Weg zu ihr beinahe eine Stunde, was sonst in 20 Minuten geht. Ich könnte auch das Auto nehmen, aber beim letzten Versuch die Windschutzscheibe vom Frost zu befreien, bin ich kläglich gescheitert und habe es nicht bis zur Mitte der Frontscheibe geschafft. Obwohl ich gar nicht soooo viel zugenommen habe, fühle ich mich manchmal wie Reiner Calmund zu seinen besten Zeiten oder wie ein Tyrannossaurus Rex mit zu kurzen Armen. Der Bauch ist einfach immer und überall im Weg. Inzwischen lässt sich aber auch ein Bierglas ganz gut darauf abstellen. Wenn ich Bier trinken würde. Und dürfte. Hach.

Der Besuch bei meiner Hebamme ist dann so anstrengend und kostet mich ungefähr so viel Kraft, als hätte ich zwei Tage lang im coolsten Club Berlins durchgefeiert. Danach setze ich mich erst einmal in die Badewanne. Dort bleibe ich dann auch so 1,5 – 2 Stunden, weil ich einfach keinen Bock habe aufzustehen. Vollkommen verquollen fischt mich G. irgendwann raus. Gott bin ich ihm dankbar. Auch dafür, dass er meine plötzlichen Heulanfälle erträgt, mich massiert, für mich kocht und mich auslacht, wenn ich motzig bin.

Wenn mich jemand fragt wie es mir geht, sage ich ich immer blendend und verneine vehement, wenn mir jemand Hilfe anbietet. „Ach das geht schon… Ich bin ja nicht krank…“ Ja, diese Zeit ist magisch und einzigartig und dennoch werde ich sie vermissen.

Der Countdown läuft.

Nun sind es nur noch maximal vier Wochen bis zu meinem errechneten (Entbindungs-)Termin und so langsam wächst die Aufregung. Der Geburtsvorbereitungskurs ist erfolgreich absolviert, die Wickelkommode aufgebaut, das Babybettchen endlich da, der zukünftige Kinderarzt informiert und der Elterngeldantrag online vorbereitet. (mehr …)

Schwangerschaftsdiabetes.

In der 31. Woche hatte ich wieder einen Termin bei Herrn Dr. Ruh. Gegen Ende der Schwangerschaft finden die Kontrollen aller 2 Wochen statt und das Prozedere ist meist gleich: Urin abgeben, Blutdruck messen, CTG schreiben, kurzes Hallo bei Herrn Dr. Ruh, Muttermund ertasten, Ultraschall, Auf Wiedersehen.  Ich bin mittlerweile viel entspannter bei den Besuchen und genieße vor allem die 20-30 Minuten auf der Liege während Herztöne und Wehentätigkeit gemessen werden. Dieses regelmäßige schnelle Klopfen ist Musik in meinen Ohren und entspannt mich mindestens genauso gut wie eine gute Yogastunde von Mady Morrison. #werbung

Dieses Mal stand der Zuckertest, welcher auch oraler Glukosetoleranztest (oGTT) genannt wird, an. Ich hatte in meinem Leben nie mit Übergewicht oder Bewegungsmangel zu kämpfen (eher das Gegenteil), noch liegt bei uns in der Familie eine Diabetesneigung vor. Daher machte ich mir hier keine großen Sorgen. Allerdings stellen ein höheres Alter bei der Geburt, als auch wiederholte Fehlgeburten allgemein ein erhöhtes Risiko für Gestationsdiabetes dar. (mehr …)

Mutterschutz

Heute ist (endlich!) mein erster freier Tag im Mutterschutz.

Für alle die es sich schon immer gefragt haben, was man an seinem ersten bürofreien Tag macht, kommt hier die Auflösung. Ich schreibe mit Absicht bürofrei und nicht arbeitsfrei, denn wir wissen alle #momlife ist kein Zuckerschlecken, sondern bedeutet viel viel Arbeit. (mehr …)

Liebe.

Gestern war nach sechs laaaaaangen Wochen endlich wieder ein Termin bei Herrn Dr. Ruh. Es ist verrückt, wie sich meine Gefühle diesbezüglich geändert haben. Noch vor ein paar Wochen, war ich schlimm aufgeregt vor jedem Arzttermin. Ich hatte Angst vor den schlechten Nachrichten, die uns gesagt werden könnten und ich traute mich nicht, mich richtig zu freuen. (mehr …)

Notaufnahme.

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft.

Letzten Donnerstag plagten mich mal wieder Rückenschmerzen, die gegen Abend hin immer schlimmer wurden. Rückenschmerzen sind ja in einer Schwangerschaft nichts ungewöhnliches. Vor allem durch die vermehrte Hormonausschüttung von Relaxin und Progesteron, welche dafür sorgen, dass Bänder, Gelenke und Muskeln weicher werden und sich das Becken dehnt. In Kombination mit dem Gewicht des Babys können kleinste Verschiebungen zu Schmerzen führen. (mehr …)

Das Sechste.

G. und ich sprachen letztens darüber, dass wir schon sehr gespannt sind, wie unser Mini wohl aussehen wird. Natürlich sind das alle werdenden Eltern. Daraufhin meinte ich, dass es ja oft so ist, dass das erste Kind dem Vater sehr ähnlich sieht und ich auf eine gute Mischung hoffe. Er meinte dann ein wenig traurig: „Ja, aber es ist ja nicht unser erstes Kind.(mehr …)

Der Plan und das Leben.

Nun winkt die Vier.Null und lässt sich nicht mehr aufhalten oder wegschieben. In ein paar Tagen ist es so weit. Als Kind freut man sich noch über jeden Turn und nun denke ich mir „Vierzig? Oh Gottohgott!!“ (mehr …)

Zuversicht.

In meiner 19. Schwangerschaftswoche stand das zweite große Screening bei Herrn Dr. Ruh an. G. durfte mich begleiten, musste aber im Treppenhaus warten, bis wir zum Arzt hineingelassen wurden. Wie immer musste ich erst einmal Urin abgeben. Wie immer war ich vorher zu Hause extra noch einmal gegangen, weil ich nicht dran gedacht hatte und presste die letzten Tropfen heraus. Mein Blutdruck wurde gemessen. Alles okay. So weit so gut. (mehr …)