Kinderwunsch und Alkohol

Für die meisten war 2020 kein so gutes Jahr. Corona hat unser aller Leben ziemlich durcheinander gebracht. Kontaktsperren und Ausgangsbeschränkungen, Reiseeinschränkungen und finanzielle Einbußen.

Mein Start ins Jahr 2020 war leider echt nicht gut. Der 1.1.2020 zog an mir vorüber mit einem der schlimmsten Kater meines Lebens. Ich musste mal wieder feststellen, dass mein Körper nicht mehr so resistent wie früher war. In Bezug auf einen Kinderwunsch sind solche Tage natürlich auch nicht gerade von Vorteil, also beschloss ich ab 1.1. komplett auf Alkohol zu verzichten. Und ich meinte das tatsächlich ernst.

Als ich meinen Freunden von meinem Vorhaben erzählte, lachten alle. (Warum nur?) Es war natürlich die erste Vermutung dass ich schwanger sein könnte. Viele fragten einfach direkt. Bei meinen ersten zwei Schwangerschaften fiel mir schnell auf, dass es nicht einfach ist diese zu verheimlichen, wenn man sonst gern mal ein Glas Wein trinkt. Ich trinke nicht viel, aber zu einem guten Essen gehört für mich auch ein guter Wein. Treffe ich Freunde, trinke ich gern mal einen Cocktail oder einen Spritz. Im Sommer in der Abendsonne ein Glas Weißwein, im Winter ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Aber das hört sich jetzt echt mehr an, als es tatsächlich ist. Also was erzählt man Freunden und Bekannten, wenn man auf einmal „NEIN“ sagen muss oder will?

8 Tricks wie man dumme Nachfragen vermeidet, wenn man eine Schwangerschaft verheimlichen möchte und kein Alkohol trinken sollte

  1. Man kündigt einfach schon Monate vor der Schwangerschaft an, dass man aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr trinkt (wie ich es im Januar 2020 versuchte).
    Vorteil: Die Leute gewöhnen sich dran, auch wenn man nach den ersten 3 Monaten keine Schwangerschaftsmeldungen verkündet.
    Nachteil: Man muss schon VOR der Schwangerschaft verzichten. Wenn das wie bei mir Jahre dauert, kann das eine ganz schön lange Zeit sein.
  2. Man überlegt sich eine Ausrede: Migräne, Antibiotika, Magenverstimmung, Auto fahren
    Vorteil: Fällt bei einem Mal nicht auf.
    Nachteil: Kann man nicht 3x hinter einander bringen, denn dann weiß jeder was los ist.
  3. Jemand anderes trinkt für Dich mit. G. musste während meiner Schwangerschaften immer doppelt trinken. In einem unauffälligen Moment haben wir immer Gläser getauscht.
    Vorteil: Fällt nicht auf.
    Nachteil: G. war doppelt so schnell betrunken wie sonst.
  4. Man schenkt sich Kirschsaft in ein Weinglas.
  5. Man schenkt sich Cola und Minze in ein Mojitoglas.
  6. Man schenkt sich Wasser in eine Bierflasche.
  7. Man bringt eine Flasche Campari mit, trinkt aber selbst statt Campari Orange ständig SinBitter mit Orange.
  8. Man erzählt von einer bestimmten Diät wo man kein Alkohol und keine Kohlenhydrate zu sich nehmen darf.

Wie Ihr seht, spreche ich aus Erfahrung, denn ich habe meine eigenen Tricks alle schon selbst getestet. Am besten ist ein Mix aus Nummer 3 bis 7. Wenn man ein Glas in der Hand hat, ist nämlich alles gut. Egal ob man mittrinkt oder nicht. Niemand spricht Dich drauf an.

Anfang 2020, nach dem Silvester Dilemma, dachte ich dann, dass ich einfach so lange keinen Alkohol mehr trinke, bis ich schwanger werde. Überraschender Weise klappte das recht schnell, denn im Februar 2020 hielt ich erneut einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen. Okay, diese Art von Kliffhänger habe ich jetzt schon mehrmals angewendet. Drei Mal schon, wenn Ihr mitgezählt habt. Mittlerweile war das nun auch schon der 4. positive Schwangerschaftstest, den ich in den Händen hielt und damit war ich bereits zum vierten (also ein zwei drei VIER MAL) schwanger. Aber hey… einmal Kliffhänger geht noch, oder? 😉

10 Kommentare

    1. Dir auch ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr. 💫
      Geduld ist auch etwas was ich nicht beherrsche. Wird bei mir wohl auch nicht in 2021 damit klappen 😉

  1. Ich weiss nicht, warum das so mühsam sein muss…. ich kenne das Problem und hab in der Arbeit dann irgendwann die Strategie gefahren, ab und an mal nein zum fast obligatorischen Sekt zu den Geburtstagen gesagt. Wie du schreibst: wenn dann nicht sofort eine Schwangerschaft zu bemerken ist, denkt bald mal niemand drüber nach, wenn du nein sagst. Aber ich finde es wirklich so traurig für unsere Gesellschaft, welchen Stellenwert das einnimmt. Ich hab ab und zu schon immer mal einen Abend nicht getrunken: das wurde nur akzeptiert, wenn ich Auto gefahren bin. Ich trinke wirklich gerne, aber es sollte einfach nach EINEM nein danke und ohne Begründung akzeptiert werden. Nicht nur, weil eine Schwangerschaft im Raum stehen könnte. Umgekehrt muss ich auch sagen, ich hab schon oft bemerkt, dass eine Frau/Freundin grad keinen Alkohol trinkt und dann genau eine Sekunde drüber nachgedacht- ohne nachzufragen. Und genauso sollten das alle anderen eigentlich auch machen. Weil es die Entscheidung jeder Frau ist, wann es die Neuigkeiten tatsächlich zu berichten gibt. Achja: frohes neues Jahr :-)) der Vorteil an der andauernden Corona Pandemie ist auf jeden Fall, dass grad kaum wer nachfragen kann …!

    1. Danke für Deinen Beitrag. Ja, es ist traurig, dass man immer eine Erklärung haben muss, weshalb man keinen Alkohol trinkt. Da gebe ich Dir vollkommen recht. Ich habe selten das Gefühl, dass man mich zu einem Glas Wein überreden will. Das muss man aber ehrlich gesagt im Normalfall auch nicht. Aber es ist verrückt. Sobald man im „richtigen Alter“ ist, wird sofort eine Schwangerschaft vermutet. Und ich bin da nicht besser. Wenn eine Freundin sagt dass sie heute mal „nur eine Schorle“ trinkt, überlege ich auch sofort, ob das eine Bedeutung haben könnte. Ich würde aber nieeeee nieeee nieeeee was sagen. Liegt aber auch daran, weil ich selbst am besten weiß wie heikel das Thema sein kann. Früher bin ich da sicher auch unbedarfter damit umgegangen.

  2. Ich habe auch schon ca. 1 Jahr, bevor wir aktiv geplant haben immer mal Nein gesagt und bin sowieso jemand, der nur noch selten was trinkt. Aber gerade auf der Arbeit finde ich es gut, wenn es nicht ungewöhnlich ist, dass ich den alkoholfreien Sekt trinke oder Saft, gerade da möchte man es ja wirklich noch länger geheim halten, wenn es mal klappt.

    Seit Sommer verzichte ich aufgrund meiner Medikamente komplett auf Alkohol. In meiner Familie war das kein Thema, da habe ich auch gerne mal Trick 3-7 angewendet, erst jetzt an Weihnachten haben sie gemerkt, dass ich wirklich gar nichts mehr trinke.
    Dank Corona gab es mit meinen Freundinnen dieses Jahr nicht so oft die Möglichkeit gemeinsam zu trinken, aber da wurde ein „Ich muss Tabletten nehmen und trinke daher nicht“ auch sofort akzeptiert.

    Bei der Schwiegerfamilie wurde ich deswegen allerdings schon mehrfach gefragt, ob ich schwanger sei und sie begreifen einfach nicht, dass diese Frage absolut unangemessen ist.

    Ich sehe es auch so wie fraumayermann, es ist erschreckend, welchen Stellenwert Alkohol in unserer Gesellschaft hat. Warum muss ich mich denn rechtfertigen, wenn ich nicht trinke!?
    Ich hab schon aus Spaß gesagt, zum nächsten, der dumm fragt, sage ich, dass ich ein Alkoholproblem hatte und nun trocken bin. Auf die Reaktionen wäre ich gespannt…

  3. Ja, vielleicht sollte man wirklich so keck antworten, wie von Dir vorgeschlagen. Aber die meisten mit denen ich normaler Weise trinke sind ja Freunde oder Familie und würden das wahrscheinlich nicht als Antwort akzeptieren. Das Thema ist eh sehr kontrovers. Manche trinken ab Eisprung gar nicht mehr und manche erst ab positiven Schwangerschaftstest. Ich habe beides bereits probiert und bin mir ziemlich sicher, dass es keinen Einfluss auf die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit hat, so lange man keinen totalen Absturz hat. Trotzdem versuche ich auch nach Eisprung immer ein wenig zu verzichten.

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